Symbolbild naturwissenschaftlicher und geisteswissenschaftlicher Forschungsdaten.
Medical research concept with chest x-ray molecule and data

Förderentscheidungen
GWK unterstützt NDFI für weitere zehn Jahre

Das Bund-Länder-Gremium hat Förderentscheidungen getroffen. Die Finanzierung der Forschungsdateninfrastruktur soll bis 2038 fortgesetzt werden.

13.07.2026

Auch nach dem 31. Dezember 2028 geht es mit der Nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI) weiter. In der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz (GWK) haben Bund und Länder am Freitag die Verlängerung der Bund-Länder-Vereinbarung zur Förderung der NFDI um zehn Jahre bis Ende 2038 beschlossen, wie das Gremium mitteilte. Im Koalitionsvertrag hatten sich SPD und die Unionsparteien noch darauf verständigt, die NFDI zu verstetigen – nicht bloß zu verlängern.

Mit der Entscheidung zur Verlängerung ermögliche die GWK die stärkere Koordinierung der NFDI, die aktuell als dezentrales Netzwerk aus 26 wissenschaftlichen Fachkonsortien und einem Konsortienverbund für NFDI-Basisdienste organisiert ist. Dafür investieren Bund und Länder laut Mitteilung zwischen 2029 und 2038 jährlich rund 98,7 Millionen Euro. Die Mittel sollen für den Betrieb eines bedarfsorientierten Diensteportfolios verwendet werden, das die NFDI bereitstellen wird. Zu den Diensten der Konsortien gehören beispielsweise die Software-Entwicklung für elektronische Laborjournale, das Anbieten von Fortbildungen zur fachgerechten Annotation von Daten oder die Unterstützung und Beratung bei der Sicherung und nachhaltigen Speicherung von vorhandenen beziehungsweise neu produzierten Daten.

Im Sinne des strategischen Ziels der "One NFDI" will die GWK in gemeinsame Standards investieren sowie in die Vernetzung der Akteurinnen und Akteure des Forschungsdatenmanagements in Deutschland. Unter der Leitung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) soll zudem ein Innovationsprogramm gestartet werden, das es ermögliche, neue Entwicklungen im Forschungsdatenmanagement aufzugreifen und zu erproben.

NFDI schafft Grundlagen für Innovation und Wertschöpfung

"Die langfristige Förderung der NFDI zeigt, welchen Stellenwert Bund und Länder dem Forschungsdatenmanagement als strategischer Zukunftsaufgabe beimessen", sagte die GWK-Vorsitzende Bundesforschungsministerin Dorothee Bär laut Mitteilung. Die NFDI stärke die Datensouveränität Deutschlands und Europas. Verfügbare und interoperable Forschungsdaten seien eine wichtige Grundlage für Innovation und Wertschöpfung.

Die NFDI "führt die bislang vielfach verteilten Datenangebote und Kompetenzen stärker zusammen und schafft so einen Mehrwert für die gesamte Wissenschaftslandschaft", sagte der stellvertretende Vorsitzende der GWK, der niedersächsische Minister für Wissenschaft und Kultur, Falko Mohrs.

Veränderungen an NFDI-Governance

Dem NFDI e.V. gehören 338 Mitgliedsorganisationen an. Künftig wird der Verein als "zentrale Ansprechstelle für Forschungsdatenmanagement in Wissenschaft, Gesellschaft und Politik wirken", so heißt es in der GWK-Mitteilung. Die NFDI werde gleichzeitig zur Vernetzung des deutschen Wissenschaftssystems mit europäischen und internationalen Dateninfrastrukturen beitragen. Die in der Bund-Länder-Vereinbarung berücksichtigte Anpassung der Governance-Struktur der NFDI sei klar darauf ausgerichtet, ihre strategischen Ziele zu erreichen, so die DFG. Die Position des technischen Geschäftsführers werde neu eingeführt.

Zehn Konsortien weiterbewilligt

Alle zehn Konsortien aus der zweiten Förderrunde der NFDI werden zunächst bis Ende 2028 weitergefördert und erhalten dafür insgesamt rund 71 Millionen Euro. Auch dies hat die GWK am Freitag bekannt gegeben. Die Förderentscheidung beruhe auf Empfehlungen des NDFI-Expertengremiums der DFG. Die Organisation hat entsprechend positiv auf die Mitteilung der Weiterförderung der Konsortien und die Verlängerung der NFDI um zehn Jahre reagiert: Die NFDI schaffe "eine wichtige Grundlage zur Sicherstellung digitaler Souveränität und Resilienz der Wissenschafts- und Infrastrukturlandschaft", sagte DFG-Präsidentin Professorin Katja Becker laut Mitteilung.  

Weitere Entscheidungen der GWK

Neben der NFDI war auch die Resilienz des deutschen Wissenschaftssystems Thema der Sitzung. Die Ergebnisse und Entscheidungen werden am kommenden Mittwoch veröffentlicht, wie der Wiarda-Blog mitteilt. Weitere wichtige Förderentscheidungen für das kommende Jahr betreffen die DFG, die Max-Planck-Gesellschaft (MPG) und die Stiftung Innovation in der Hochschullehre: Die DFG erhält eine institutionelle Förderung von 2,79 Milliarden Euro sowie Mittel für Programmpauschalen von 586 Millionen Euro. Zur Projektförderung bekommt die Organisation etwa 730 Millionen Euro von Bund und Ländern. Die MPG wird mit 2,38 Milliarden Euro gefördert. 2027 stellen Bund und Länder 150 Millionen Euro für die Stiftung Innovation in der Hochschullehre zur Verfügung.

Das Nationale Hochleistungsrechnen an Hochschulen (NHR), ein Verbund von Hochleistungsrechenzentren, soll im Jahr 2027 erneut mit bis zu 62,5 Millionen Euro unterstützt werden. Zudem stellt der Bund aus dem Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität zwischen 2026 und 2030 bis zu 30,7 Millionen Euro zusätzlich bereit, um die Kapazitäten für Hochleistungsrechnen mit Künstlicher Intelligenz (KI) an Hochschulen auszubauen. Über die Förderung des Akademienzentrums für Digitale Lexikographie des Deutschen (ADL), in das das Akademieprojekt "Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache" ab dem kommenden Jahr übergehen soll, investieren Bund und Länder in die Digitalisierung der Geisteswissenschaften. Mit einer Finanzierung von jährlich knapp drei Millionen Euro zwischen 2027 und 2033 sollen der sich ständig weiterentwickelnde deutsche Wortschatz beschrieben und alle Forschungsdaten der deutschen Lexikographie nach einheitlichen Standards aufbereitet werden.

Bereits im Mai 2026 wurde entschieden, dass das Deutsche Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung (DZHW) im kommenden Jahr rund 12,4 Millionen Euro erhält. Weitere Förderentscheidungen für 2027 werden in der nächsten GWK-Sitzung am 4. Dezember beschlossen.

cpy