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EU-Forschungsförderung
Hochschulverbünde drängen auf Einigung zu FP10

In einer Stellungnahme heißt es, Europa könne sich keinen anhaltenden Disput in der Forschungsförderung leisten. Entschlossenheit sei notwendig.

29.05.2026

Sieben europäische Verbünde von Universitäten und Forschungseinrichtungen fordern den Rat "Wettbewerbsfähigkeit" (Forschung und Raumfahrt) in einer öffentlichen Stellungnahme auf, die Vorschläge des Parlaments zum nächsten Rahmenprogramm für Forschung und Innovation FP10 und den Wettbewerbsfonds (European Competitiveness Fund, ECF) zu berücksichtigen. Die gemeinsame Erklärung erfolgte kurz vor der Rats-Tagung am 28. und 29. Mai, wie zunächst das Nachrichtenportal Science Business berichtete

Science Business zufolge wird das Treffen der europäischen Wissenschaftsministerinnen und Wissenschaftsminister am Freitag keine Teileinigung über den Vorschlag der Europäischen Kommission zu FP10 bringen. Die Verhandlungen hätten keine ausreichenden Fortschritte gemacht, und es gäbe noch zu viele ungeklärte Punkte, beispielsweise beim Zusammenspiel von FP10 und dem ECF. 

Expertinnen und Experten an der Umsetzung beteiligen 

In ihrer Stellungnahme "ermutigen" die sieben unterzeichnenden Verbünde den Rat "nachdrücklich dazu, die Vorschläge des Europäischen Parlaments sorgfältig zu prüfen und auf kohärente, ehrgeizige und praktikable Standpunkte zu FP10 und dem ECF hinzuarbeiten". Europa könne sich keine anhaltenden Meinungsverschiedenheiten zwischen den EU-Institutionen leisten. Europas Wettbewerbsfähigkeit, Resilienz und industrielle Erneuerung erforderten entschlossenes Handeln. Ein verzögerter Fortschritt bei den Verhandlungen zu FP10 würde zu Unsicherheit bei Forschenden, Institutionen, Unternehmen und Innovationsökosystemen führen. 

Die Verbünde betonen, dass eine starke Schnittstelle zwischen FP10 und ECF von entscheidender Bedeutung sein werde, um "den Weg von der Wissensgenerierung hin zu Innovation, Anwendung und Wirkung zu unterstützen – und dabei Doppelungen, Zersplitterung sowie unnötige Komplexität für die Begünstigten zu vermeiden". Die Überführung gewählter Prioritäten für die beiden Programme in relevante und qualitativ hochwertige Arbeitsprogramme, Ausschreibungen und Evaluierungsverfahren erfordere eine starke Einbindung unabhängiger Expertinnen und Experten, die an der Spitze von Forschung und Innovation tätig sind – gestützt durch Mechanismen, die auf Exzellenz, Evidenz und Ethik basierten. 

Diese expertisegeleitete Umsetzung solle klare Vorkehrungen hinsichtlich Unabhängigkeit, Transparenz und der Vermeidung von Interessenskonflikten etablieren. Dann könne man selbst in einem sich rasant wandelnden Umfeld in der Lage sein, sich abzeichnende Chancen mit Schnelligkeit, Agilität und einer langfristigen Perspektive zu erkennen und dabei den Wandel von einer reaktiven zu einer proaktiven Haltung vollziehen.

Die Unterzeichnenden

Für das Statement zusammengeschlossen haben sich: 

  • die Konferenz der Europäischen Hochschulen für fortgeschrittene Ingenieurausbildung und Forschung (CESAER), 
     
  • ein Netzwerk aus rund 40 traditionsreichen europäischen Universitäten (Coimbra-Gruppe), 
     
  • die Europäische Universitätsvereinigung (EUA) mit über 900 Mitgliedern und Partnern, 
     
  • eine Allianz führender Forschungszentren im Bereich der Biowissenschaften (EU-LIFE), 
     
  • der Verband europäischer forschungsintensiver Universitäten (Guild of European Research-Intensive Universities, "The Guild"), 
     
  • die Liga europäischer Forschungsuniversitäten (LERU) und 
     
  • eine europäische Hochschulallianz aus rund 25 jungen, forschungsorientierten Universitäten (Young European Research Universities Network, YERUN).

cva