DAAD & IW
Internationale Studierende bringen Mehrwert
Internationale Studierende leisten in Deutschland einen wichtigen wirtschaftlichen Beitrag. Das hat eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) im Auftrag des Deutschen Akademischen Austauschdiensts (DAAD) ergeben. Demnach wurde für die Studiengangkohorte 2023 mit rund 82.000 internationalen Studierenden eine Wertschöpfung von rund 127 Milliarden Euro über ihr Erwerbsleben hinweg berechnet. Für die öffentlichen Haushalte bedeute das einen Überschuss von 23,1 Milliarden Euro, teilte der DAAD am 8. September in einer Presseerklärung mit.
Laut DAAD-Präsident Professor Joybrato Mukherjee zeigt das IW-Gutachten die Bedeutung internationaler Studierender und Promovierender für die deutsche Wirtschaft. "Viele von ihnen bleiben langfristig in Deutschland, zahlen bereits nach zwei Jahren Berufstätigkeit mehr ins Gemeinwesen ein, als die Bundesrepublik in sie investiert hat, und tragen zur Fachkräftesicherung und wirtschaftlichen Entwicklung bei", sagte er.
IW empfiehlt Ausbau der gebührenfreien Ausbildung internationaler Studierender
Die IW-Studie basiert auf Daten des deutschen Mikrozensus, einer großangelegten Befragung von Haushalten in Deutschland. Neun Jahre nach Studienbeginn sind demnach noch 59 Prozent der internationalen Studierenden im Land. Rund ein Viertel breche das Studium ab und bleibe ohne Hochschulabschluss im Land. Etwa 45 Prozent stünden dem deutschen Arbeitsmarkt als Absolventinnen und Absolventen zur Verfügung. Von ihnen verbringe etwa ein Drittel das gesamte Erwerbsleben in Deutschland. Im Gutachten des Instituts heißt es: "Bereits zwei Jahre nach dem Abschluss tragen die internationalen Absolventinnen und Absolventen mehr zu den öffentlichen Haushalten bei, als sie bis dahin an Leistungen erhalten haben – selbst dann, wenn später einige von ihnen das Land noch verlassen." Das zeige, dass sich die weitgehend gebührenfreie Ausbildung internationaler Studierender für Deutschland wirtschaftlich stark rechne und entsprechend ausgebaut werden sollte, so das IW.
Im Interview mit dem DAAD fügte Professor Axel Plünnecke, Leiter des Themenclusters Bildung, Innovation, Migration im IW, hinzu: Aus Untersuchungen sei bekannt, dass deutlich mehr internationale Studierende Interesse an einem dauerhaften Aufenthalt in Deutschland hätten. Es lohne sich, in Studienvorbereitung, Sprachförderung und Begleitung des Studiums zu investieren. "Auf diese Weise lässt sich der enorme Gewinn, den internationale Studierende Deutschland bringen, weiter steigern, indem etwa die Studienabbrüche reduziert und Übergänge in den deutschen Arbeitsmarkt erleichtert werden", erläuterte Plünnecke.
DAAD-Präsident Mukherjee betonte: "Wer internationale Talente für Deutschland gewinnen will, muss attraktive Lebens- und Studienbedingungen schaffen und mit einer gelebten Willkommenskultur dazu beitragen, dass der Einstieg in Studium, Gesellschaft und Arbeitsmarkt gut gelingt."
hae