Das Bild zeigt dicke Türen, durch die eine Gruppe von Menschen in blauen Overalls in goldenen Konfettiregen tritt.
DLR

Raumfahrt
Isolationsstudie nach 100 Tagen abgeschlossen

Sechs Freiwillige haben seit April in Isolation gelebt. Die Studie SOLIS100 soll Erkenntnisse über die Folgen langer Raumfahrtmissionen generieren.

10.08.2026

Nach 100 Tagen in Isolation haben sechs Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Forschungsprojekts SOLIS100 die Simulationsanlage des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Köln verlassen. Die europäische Crew aus jeweils drei Männern und Frauen im Alter von 26 bis 32 Jahren kehrte am Freitag nach einer abschließenden Erholungsphase in ihren Alltag zurück.

Ziel der Studie im Auftrag der Europäischen Weltraumorganisation (ESA) war es, die Auswirkungen von Langzeitmissionen unter extremen Bedingungen auf die Gesundheit und Leistungsfähigkeit zu untersuchen. Die Probandinnen und Probanden aus Deutschland, Frankreich, Italien, den Niederlanden, Polen und Portugal verbrachten mehr als drei Monate abgeschottet von der Außenwelt  in einer beengten Umgebung ohne Sonnenlicht. Sie waren aus 3.000 Bewerberinnen und Bewerbern ausgewählt worden.

Während der gut 14 Wochen mussten sie mit begrenzten Ressourcen und ohne persönlichen Kontakt zu Familie und Freunden auskommen. Der Alltag war durch wissenschaftliche Arbeit, medizinische Datenerhebungen, ein striktes Sportprogramm und die Instandhaltung der Station geprägt. Kontakt zum Kontrollzentrum bestand überwiegend per Sprechanlage.

Vorbereitung für Mars- und Mondmissionen

Laut DLR-Bereichsvorständin Dr. Anke Pagels-Kerp sind solche Untersuchungen essentiell, um Astronautinnen und Astronauten auf die seelischen und körperlichen Strapazen künftiger Missionen zum Mond oder Mars vorzubereiten. Die Studie SOLIS100 dient dabei laut Projektleiterin Dr. Amelie Therre der Standardisierung von Daten, um künftige Unterstützungsmaßnahmen für Crews vergleichbar zu machen.

Die Isolation fand in einer Forschungsanlage statt, die weltweit Studien zu extremen Umweltbedingungen ermöglicht. Insgesamt umfasste das Projekt inklusive Vorbereitung und Nachuntersuchung 126 Tage. Während der einwöchigen Nachphase nach dem Verlassen der Anlage am 1. August wurden Daten zum körperlichen und kognitiven Zustand der Crew erhoben.
Das Studienteam kann nun damit beginnen, die über den gesamten Zeitraum – also vor, während und nach der Isolation – gesammelten Informationen auszuwerten.

dpa/hae