Symbolbild für das Bioprinting, auf dem mit einem 3D-Drucker ein künstliches Herz, eine Nase und ein Ohr entstehen.
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DFG-Studie
Lebens-Wissenschaften nutzen tierversuchsfreie Methoden

Die DFG hat festgestellt, dass in ihren Förderprojekten New Approach Methods weit verbreitet sind. Die Ansätze werden stetig besser.

10.09.2026

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat erstmals untersucht, in welchem Ausmaß sogenannte New Approach Methods (NAMs) in von ihr geförderten Projekten in der Biologie, Biomedizin und Medizin zum Einsatz kommen. Darüber berichtete die DFG am 10. September in einer Pressemitteilung. Die Studie und ihre grafische Aufbereitung als Data Story zeigen, dass NAMs in den geförderten Projekten häufig komplementär zu Tierversuchen angewendet werden, weit verbreitet sind und ihre Nutzung im untersuchten Zeitraum (2017–2025) deutlich zugenommen hat. 

NAMs umfassen demnach ein breites Spektrum von Methoden, die im Sinne des 3R-Prinzips (replace, reduce, refine) über Potential verfügen, Tierversuche zu reduzieren, komplementär zu ergänzen oder vollständig zu ersetzen. Daneben nimmt die Bedeutung von NAMs laut DFG auch als Innovationstreiber in der biologischen und (bio-)medizinischen Forschung zu. 

Die Auswertung basiere auf einem Text-Mining-Ansatz von Antragsdokumenten in den DFG-Programmen Sachbeihilfe und Sonderforschungsbereiche. Sie umfasse eine Auswahl von Methoden aus dem Spektrum der NAMs in den Kategorien Organoide, sonstige 3D-Gewebemodelle, Chip-Technologien und Bioprinting. Weitere Methoden, die sich dem Spektrum der NAMs zuordnen ließen, aber nicht durch spezifische Schlagworte hätten identifiziert werden können – wie etwa Computermodellierungen oder klassische In-vitro-Ansätze – seien nicht erfasst worden. 

NAMs in Forschung zu Krebs, Immun- oder Nervensystem und Stoffwechsel 

In den Lebenswissenschaften kommen laut Studie in 87 Prozent aller im Jahr 2025 bewilligten Sonderforschungsbereiche NAMs zum Einsatz, fast immer werden in diesen Verbünden zugleich auch Mittel für Versuchstiere beantragt. Besonders intensiv würden NAMs in den klinisch relevanten Themengebieten der Lebenswissenschaften wie etwa Krebs, Immunsystem, Nervensystem und Stoffwechsel angewendet. Angesichts der komplementären Nutzung verschiedenster Methoden sei es weder möglich noch sachlich geboten, konkrete Fördersummen für einzelne methodische Ansätze zu ermitteln und auszuwerten. 

"Das Ausmaß der Nutzung von New Approach Methods in den ausgewerteten Projekten ist überaus erfreulich", sagte die Vorsitzende der Ständigen Senatskommission für tierexperimentelle Forschung der DFG, Professorin Brigitte Vollmar. "Die Auswertung zeigt, dass NAMs kontinuierlich besser und aussagekräftiger werden", so Vollmar. 

"Gleichzeitig führt uns die Studie deutlich vor Augen, dass für viele Fragestellungen Tierversuche nicht gleichwertig ersetzbar sind", erläuterte sie. Es würde das gesamte Spektrum an Methoden benötigt. Häufig entstünde übergreifender Erkenntnisgewinn aus der Kombination verschiedener Methoden.

Die Fallzahlen 

Die DFG hat im Auswertungszeitraum insgesamt 554 Einzelanträge im Programm Sachbeihilfe und 163 Verbundanträge im Programm Sonderforschungsbereiche bewilligt, in denen die in dieser Studie erfassten NAMs zum Einsatz kommen. Die Zahl bewilligter Anträge mit NAM-Nutzung ist im Zeitraum 2017 bis 2025 deutlich angestiegen: von 35 auf 95 Sachbeihilfen, von 14 auf 24 Sonderforschungsbereiche.

cva