Handydisplay auf dem man die Icons von Bluesky und X erkennen kann.
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Wissenschaftskommunikation
Mehr Resonanz für wissenschaftliche Inhalte auf Bluesky

Forschende haben oft nur wenig Zeit für Wissenschaftskommunikation. Eine neue Studie deutet an, dass sie auf Bluesky besser funktioniert als bei X.

03.09.2025

Posts zu Wissenschaftsthemen erhalten auf der Social-Media-Plattform Bluesky mehr Resonanz als bei X, dem ehemaligen Twitter. Das berichten Forschende, die überwiegend von der britischen University of Sheffield stammen, in einem nicht-peer-reviewten Preprint. Im Rahmen ihrer Untersuchung haben die Kommunikationswissenschaftler in den vergangenen zweieinhalb Jahren 2,6 Millionen Bluesky-Posts untersucht, in denen über 500.000 wissenschaftliche Artikel erwähnt wurden. Dabei haben sie eine substantiell höhere Interaktion gemessen, als in der Vergangenheit bei der Plattform X zu beobachten war.

Währenddessen nimmt die aktive Nutzerbasis von Bluesky ab, schreibt der Online-Nachrichtenkanal The Guardian, der als erster über die Studie berichtet hat. Ein Boom von Bluesky sei vor allem zwischen November 2024 und Januar 2025 feststellbar gewesen, als Elon Musk Twitter übernahm und Donald Trump als Präsident ins Weiße Haus zurückkehrte. Damals seien viele Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gewechselt. Forschung & Lehre hatte im Januar mit erfahrenen Wissenschaftskommunikatorinnen und -kommunikatoren über den Wechsel gesprochen. Aktuell hat die Plattform laut Bericht von The Guardian über 38 Millionen Nutzerinnen und Nutzer weltweit.

50 Prozent der Posts mit wissenschaftlichem Inhalt erhalten mindestens zehn Likes, so die Studie. Ein Drittel sei mindestens zehn Mal geteilt worden. Bei Twitter seien diese Anteile deutlich niedriger. Kommentare und Antworten zu wissenschaftlichen Inhalten seien ebenfalls bei Bluesky häufiger und origineller. Das weise darauf hin, dass mehr Auseinandersetzung mit den Beiträgen stattgefunden habe.

Die Wissenschaftscommunity habe Bluesky angenommen, folgert die Studie. Sie verweist auf die steigende Präsenz wissenschaftlicher Inhalte: Demnach habe es im August doppelt so viele Posts über Wissenschaft gegeben als noch im Juli und dreimal so viele wie im März. Auch The Guardian argumentiert unter Verweis auf verschiedene wissenschaftliche Gesprächspartnerinnen und Gesprächspartner, dass viele Forschende Bluesky inzwischen Twitter vorzögen.

Eine weitere im Juli im Fachmagazin "Integrative and Comparative Biology" erschienene Studie US-amerikanischer Forschender beleuchtet den Wechsel zahlreicher Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler von X zu Bluesky und kommt zum gleichen Fazit: Die meisten der über 800 befragten, ehemals bei Twitter aktiven Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern gab an, dass Bluesky eine lebendige Online-Wissenschaftscommunity habe, während dies für X nicht länger gelte. Jeden beruflichen Nutzen, den Forschende früher durch Twitter erzielten, könnten sie nun auf Bluesky effektiver erzielen, so das Autorenteam.

cpy