Männliche und weibliche Figur vor einem bunten Regenbogen
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Deutsche Forschungsgemeinschaft
Vielfalt soll in der Forschung größere Rolle spielen

Die DFG will, dass Forschende geschlechtsspezifische Unterschiede berücksichtigen. Auch kulturelle und ethnische Vielfalt soll in Studien zunehmen.

04.09.2020

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) will in Forschungsprojekten Geschlecht und Diversität  künftig mehr Beachtung schenken. Das betonte der Senat der DFG in einem am Freitag veröffentlichten Positionspapier. Indem Geschlecht und Vielfalt bei der Planung und Durchführung von Studien berücksichtigt werden, könnten "blinde Flecken" vermieden werden, so die DFG. Die Ergebnisse hätten dann eine höhere wissenschaftliche Qualität.

Als Beispiel nennt das Papier die besondere Therapie von Männern mit Osteoporose sowie das unterschiedliche Verletzungsrisiko von Männern und Frauen bei Unfällen, das Crashtest-Dummies oft nicht berücksichtigten. Auf einer neu eingerichteten Webseite nennt die DFG auch Beispiele, wie ethnische, kulturelle oder gesundheitliche Vielfalt in Studien berücksichtig werden können. Das soll Forschende aller Disziplinen dazu ermutigen, auf geschlechts- und diversitätsspezifische Dimensionen ihrer Arbeit zu achten. Für viele Forschungsfelder seien diese Aspekte relevant, wenngleich in unterschiedlichem Ausmaß.

Die DFG habe die Berücksichtigung von Geschlecht und Diversität bereits als Kriterien in den DFG-Kodex für gutes wissenschaftliches Arbeiten aufgenommen. In Forschungsfeldern, in denen diese Aspekte relevant seien, sollten Forscherinnen und Forscher diese künftig auch in Förderanträgen aufführen und erläutern, erwartet die DFG. Das gelte im Hinblick auf Forschende, Probanden, Versuchstiere, biologische Proben und von den Ergebnissen betroffene Personen.

ckr

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