Ein Stapel verpackter Antigen-Schnelltests
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Corona-Pandemie
Wie aussagekräftig sind Antigen-Schnelltests?

Eine Studie zeigt: Schnelltests erkennen Omikron-Infektionen nicht immer. Trotzdem sind die Tests unersetzlich beim großflächigen Corona-Screening.

26.08.2022

Ein negatives Ergebnis eines Antigen-Schnelltests schließt nicht immer eine Infektion aus. Besonders Infektionen mit der Omikron-Variante des Coronavirus erkennen die Schnelltests nicht immer. Das zeigt eine klinische Studie mit mehr als 35.000 Paralleltestungen, die am Universitätsklinikum Würzburg durchgeführt und nun im "Journal of Clinical Microbiology" veröffentlicht wurde.

In der Studie wurde die Sensitivität von Antigen-Schnelltests bei verschiedenen Varianten von Sars-CoV-2, darunter die aktuell vorherrschende Omikron-Variante, verglichen. Insgesamt wurden zwischen November 2020 und Januar 2022 bei knapp 27.000 Personen Parallel-Proben entnommen. Von 426 positiven PCR-Proben hätten nur bei 164 Personen auch die Schnelltests ein positives Ergebnis angezeigt, was einer Quote oder Empfindlichkeit von 38,5 Prozent entspricht. Bei der Omikron-Variante lag diese nur bei 33,7 Prozent. Die Empfindlichkeit der Schnelltest sei mit abnehmender Viruslast allgemein ebenfalls gesunken. Doch auch bei einer hohen Viruslast seien Omikron-Infektionen durch Antigen-Schnelltests schlechter erkannt worden, als etwa Infektionen mit der Wildversion des Virus.

Obwohl die Studienergebnisse die Aussagekraft von Antigen-Schnelltests einschränkten, sind sie laut dem Autorenteam nach wie vor ein unersetzliches Diagnoseinstrument für ein schnelles, großflächiges SARS-CoV-2-Screening. Studienleiter Dr. Manuel Krone erläuterte laut Mitteilung des Universitätsklinikums Würzburg, dass Schnelltests zwar kein adäquater Ersatz für PCR-Untersuchungen bei symptomatischen Personen seien, sie aber potenzielle Superspreader herausfiltern könnten. "Somit tragen sie dazu bei, die nächste Infektionswelle einzudämmen."

cpy