Symbolbild einer in vitro Fertilisation: Pipette und mehrfach befruchtete Eizelle
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Genschere CRISPR/Cas
Wissenschaftler wollen Strafen für "abtrünnige Forschung"

Forscher aus den USA und China fordern klare und strenge Gesetze für Gen-Experimente an Menschen. Sie verlangen Regulierungen und Strafen "mit Biss".

30.04.2019

Mit Blick auf die Geburt der weltweit ersten genmanipulierten Babys in China haben Wissenschaftler mehr Achtsamkeit bei der Forschung und eine strengere Aufsicht für Gen-Experimente gefordert.

Regulierungen und Strafen bräuchten "ausreichend Biss", um der Öffentlichkeit zu versichern, dass solche "abtrünnige Forschung" keine Zukunft hat, schrieb der Medizin-Ethiker Arthur Caplan von der New York University School of Medicine in einem am Dienstag erschienen Beitrag im Fachjournal "Plos Biology". Es gebe wenig Raum für etwas anderes als eine "lautstarke Verurteilung" für die Experimente des chinesischen Wissenschaftlers He Jiankui.

Derzeit sei die Bearbeitung von Embryonen, insbesondere die Veränderung ihrer DNA, noch kaum verstanden, so Caplan. Daher sei ein tieferes Verständnis der Mechanismen und möglichen Nebenwirkungen eine unabdingbare Voraussetzung für jede weitere Diskussion über den Einsatz der Methode.


Die Genschere CRISPR/Cas

Hintergrundwissen und Diskussions-Beiträge


Kritik übten nun auch die chinesischen Gen-Wissenschaftler Haoyi Wang und Hui Yang. Das Handeln von He Jiankui und seinem Team sei "äußerst verantwortungslos, sowohl wissenschaftlich als auch ethisch", schrieben sie ebenfalls in einem Beitrag für "Plos Biology". Es sollten "klare und strenge Gesetze" verabschiedet werden.

He Jiankui hatte im vergangenen November auf Youtube verkündet, er habe mit der Genschere Crispr/Cas9 Embryonen manipuliert, um sie gegen den AIDS-Erreger HIV resistent zu machen. Die Zwillinge Nana und Lulu seien gesund auf die Welt gekommen.

Seine Bekanntgabe hatte weltweit Empörung ausgelöst. In einem Untersuchungsbericht der chinesischen Regierung hieß es später, der Forscher habe illegal gehandelt. Er habe allein finanzielle Mittel eingesammelt und sich der Aufsicht durch seine Universität entzogen.

dpa/ckr