Gebäude des Helmholtz-Zentrums Berlin für Materialien und Energie
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Vorreiterrolle
Helmholtz-Mitarbeiter fordern besseren Klimaschutz

Wissenschaftler der Helmholtz-Gemeinschaft fordern sofortige Maßnahmen zum Klimaschutz. Die Forschungsorganisation müsse als Vorbild vorangehen.

02.09.2020

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Helmholtz-Gemeinschaft haben ihr Präsidium zu einem ambitionierteren Klimaschutz aufgerufen. In einem offenen Brief fordern mehr als 2.100 Beschäftigte sofortige Maßnahmen zur CO2-Reduktion an allen 19 Zentren der Forschungsorganisation, berichtete der "Tagesspiegel" am Dienstag. Die Arbeit der rund 40.000 Beschäftigten der Helmholtz-Gemeinschaft müsse nachhaltig und klimaneutral gestaltet werden. Und das früher als geplant.

In Anbetracht von zunehmender Dringlichkeit und Ernst der Lage muss die Organisation nach Ansicht der Autorinnen und Autoren des Briefs deutlich ehrgeizigere Ziele verfolgen als bislang. Die Helmholtz-Gemeinschaft strebt laut Bericht die Klimaneutralität aller Standorte bis 2050 an. Die Unterzeichner sehen Deutschland jedoch verpflichtet, bereits bis 2035 klimaneutral zu werden. Den Forschungszentren, die auch zu Nachhaltigkeit forschten, komme dabei eine besondere Rolle zu. "Wer, wenn nicht die Forschung in den Bereichen Erde und Umwelt, Energie und Verkehr sollte eine Vorreiterrolle übernehmen?", heißt es in dem Brief. Es gehe auch um Glaubwürdigkeit.

Helmholtz-Präsident Professor Otmar Wiestler nannte den Aufruf der Mitarbeiter auf Anfrage des "Tagesspiegels" einen "weiteren wichtigen Anstoß in die richtige Richtung". Ein Austausch mit den Autoren des Aufrufs sei für die Mitgliederversammlung im September vorgesehen. Er verwies zudem darauf, dass Nachhaltigkeit und ein sorgsamer Umgang mit Ressourcen in der Organisation schon seit Langem ein "großes Anliegen" seien. Ziel bereits laufender Einzelprojekte sei es, die Helmholtz-Gemeinschaft "von der Managementebene aus immer weiter zu einer nachhaltig agierenden Forschungsorganisation zu entwickeln".

ckr

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