Bleistift zeichnet fehlende Stufen im wissenschaftlichen Treppenhaus
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Forschungsförderung
319 etablierte Forschende erhalten ERC-Grant

Der Europäische Forschungsrat gibt für die "ERC Advanced Grants 2025" knapp 840 Millionen Euro aus. Das Geld geht an renommierte Forschende.

24.06.2026

Eine Rekordanzahl von 3.329 Bewerbungen ist für die "ERC Advanced Grants 2025" eingegangen. Das entspricht einer Steigerung um 31 Prozent im Vergleich zum Vorjahr, als sich noch 2.534 Forscherinnen und Forscher beworben hatten. Die Erfolgsquote einer Bewerbung lag 2025 bei 9,6 Prozent. Das hat der Europäische Forschungsrat (ERC) am Dienstag mitgeteilt. Erstmals konnten sich auch Forschende, die in Ländern außerhalb der EU-Mitgliedsländer tätig sind, im Rahmen des Projekts "Choose Europe for Science" um zusätzliche Gelder bewerben.

Effekt zusätzlicher Gelder über "Choose Europe"

Die gestiegene Anzahl an Bewerbungen zeige, dass Initiativen wie "Choose Europe" die Attraktivität Europas bei Topwissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern weltweit erhöhen, kommentierte Ekaterina Sachariewa, EU-Kommissarin für Start-Ups, Forschung und Innovation. Die Anzahl der Forschenden, die sich von außerhalb Europas beworben haben, habe sich nahezu vervierfacht: Für die bekanntgegebene Wettbewerbsrunde hätten sich 164 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler beworben, im vergangenen Jahr seien es lediglich 44 gewesen.

Unter den insgesamt 319 Preisträgerinnen und Preisträgern seien 13 aktuell außerhalb Europas tätig. Das entspricht vier Prozent aller Gewinnerinnen und Gewinner. Neun von ihnen arbeiten in den Vereinigten Staaten von Amerika und jeweils zwei von ihnen sind in Australien und Kanada tätig. Sieben der 13 hätten erfolgreich die zusätzliche Finanzierung über "Choose Europe for Science" beantragt. Mit dem Projekt  können Forschende, die sich von außerhalb Europas bewerben, zwei Millionen Euro zusätzlicher Fördermittel beantragen, um ihren Wechsel nach Europa zu erleichtern und beispielsweise ein neues Labor oder Forschungsteam in Europa aufzubauen.

Mehrheit der Gewinnerinnen und Gewinner deutscher Nationalität

Die Empfänger der "ERC Advanced Grants 2025" sind etablierte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Sie sollen die Gelegenheit erhalten, ehrgeizige Projekte zu verfolgen, die zu großen wissenschaftlichen Durchbrüchen führen könnten. Dafür erhalten sie insgesamt 838 Millionen Euro. Mit den neuen Forschungsprojekten würden rund 3.000 Arbeitsplätze für Promovierende, Postdoktorandinnen und Postdoktoranden sowie für andere Forschungsmitarbeitende geschaffen, kalkuliert der ERC.

Die Gewinnerinnen und Gewinner werden an Universitäten und Forschungszentren in 24 EU-Mitgliedsstaaten und assoziierten Ländern forschen. Ganz vorne liegt demnach Großbritannien als Standort von 62 geförderten Projekten, dicht gefolgt von Deutschland mit 46 und der Schweiz mit 32. Die meisten Gewinnerinnen und Gewinner sind Deutsche (52), auf den Plätzen zwei und drei schließen sich Britinnen und Briten (45 Geförderte) sowie Italienerinnen und Italiener (29) an.

In den ausgewählten Forschungsprojekten geht es laut ERC beispielsweise um die unterschiedliche Gefährdung von Menschen, drogensüchtig zu werden, die weibliche Fruchtbarkeit und wie sie verlängert werden kann sowie um die Mechanismen im Gehirn, die zu Stottern führen. Eine Liste mit allen ausgewählten Forschenden und ihren Projekten ist online einsehbar.

Aktuell läuft die Bewerbungsphase für die nächste Ausschreibungsrunde der ERC Advanced Grants 2026. Anträge können noch bis zum 27. August 2026 eingereicht werden. 

cpy