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Forschungspreis
Acht Forschende für Alexander von Humboldt-Professur 2027 ausgewählt

Bereits im April tagte der Ausschuss zur Vergabe des mit bis zu zehn Millionen Euro dotierten Forschungspreises. Wer schaffte es in die Auswahl?

10.06.2026

Der Ausschuss für die Vergabe der Alexander von Humboldt-Professur (AvH) 2027 hat acht Forschende für den hochdotierten Preis ausgewählt. Seit der Auswahlsitzung im April beträgt das Preisgeld aufgrund der Finanzierung durch das 1.000-Köpfe-Plus-Programm bis zu zehn Millionen Euro pro AvH-Professur für erstmals bis zu sieben Jahre, teilte die AvH-Stiftung anlässlich der Auswahl am 10. Juni mit. 

Der interdisziplinäre Ausschuss hat demnach über 14 Nominierungen deutscher Hochschulen entschieden, unter diesen waren elf Wissenschaftler und drei Wissenschaftlerinnen. 

Ausgewählt wurden laut AvH:
 

  1. Professor Yong P. Chen ist Wissenschaftler im Bereich der Quanten- und 2D-Materialien, der an der Schnittstelle von Festkörperphysik, Materialwissenschaften und Quantentechnik forscht. Er soll an die Universität Kassel wechseln und ist derzeit an der Universität Aarhus in Dänemark beschäftigt. 
     
  2. Der Historiker Professor Daniel Jütte ist für seine Arbeiten in den Urban Humanities bekannt, einem Fachgebiet an der Schnittstelle von Geisteswissenschaften, Urbanistik und Gebauter Umwelt. Aktuell ist er an der New York University tätig und wurde erfolgreich vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) nominiert. 
     
  3. Professor Jonathan Kimmelman ist Experte im Bereich der Bioethik. Seine Berufung soll das Berlin Institute of Health (BIH) an der Charité Berlin als Standort für ethische und transparente Biomedizin stärken. Derzeit forscht und lehrt er an der McGill University in Montreal. 
     
  4. Professor Mathias Lichterfeld hat in der Verbindung von Grundlagenforschung und klinischer Medizin Pionierarbeit für die HIV-Forschung geleistet, die er an der Universität Heidelberg fortsetzen soll. Er ist als Professor und Mediziner an der Harvard Medical School und an zwei Krankenhäusern in Boston tätig. 
     
  5. Professor Shahar Mendelson hat als Mathematiker wegweisende Beiträge zur Datenwissenschaft und zur Mathematik des maschinellen Lernens geleistet. Nominiert wurde er von der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München und soll von der Texas A&M University in College Station, USA, nach Deutschland wechseln. 
     
  6. Professor Michał Pilipczuk schlägt mit seiner innovativen Forschung Brücken zwischen diskreter Mathematik, Algorithmendesign und Logik. An der TU Darmstadt soll er ein neues Zentrum für die mathematischen Grundlagen der Informatik mit aufbauen und leiten. Aktuell arbeitet er an der Universität Warschau. 
     
  7. Professor Nicholas Taylor forscht als Strukturbiologe, dessen Forschungsschwerpunkt komplexe molekulare Maschinen sind. An der Universität des Saarlandes soll er den Aufbau modernster molekularer Bildgebungsverfahren unterstützen. Derzeit ist er an der Universität Kopenhagen beschäftigt. 
     
  8. Außerdem wurde eine Wissenschaftlerin ausgewählt, die aber zum jetzigen Zeitpunkt nicht namentlich genannt werden möchte. 

Der Preis wird den international renommierten Forschenden 2027 verliehen, wenn sie die Berufungsverhandlungen mit den deutschen Universitäten, die sie nominiert haben, erfolgreich abschließen.

Zahlen und Fakten zur AvH-Professur 

  • Zweimal im Jahr entscheidet ein interdisziplinärer Auswahlausschuss der Stiftung über die Nominierungen von bis zu zehn Professuren jährlich über alle Fachrichtungen hinweg. 
     
  • Die Staatsbürgerschaft spielt keine Rolle. 
     
  • Bis Ende April 2026 gab es laut Angaben der AvH-Stiftung seit Einführung der Förderung insgesamt 494 Nominierungen von Forschungspersönlichkeiten durch Hochschulen. 189 davon wurden bewilligt, 135 schließlich berufen. 
     
  • Unter den Herkunftsländern dominieren die USA mit 46 Berufungen, gefolgt von Großbritannien mit 28, den Niederlanden mit zwölf, Frankreich mit neun und Kanada mit sieben.

cva