Hertie School
Daniela Schwarzer übernimmt Präsidentschaft
Professorin Daniela Schwarzer tritt am 1. November 2026 ihr Amt als neue Präsidentin der Hertie School in Berlin an, teilte die Privathochschule für gute Regierungsführung in Berlin am 22. September in einer Presseerklärung mit. Die offizielle Berufung erfolge nach Abschluss eines internationalen Auswahlverfahrens und der Zustimmung aller satzungsmäßig vorgesehenen Gremien. Neben ihrem vierjährigen Mandat als Präsidentin werde Schwarzer außerdem die Professur für European Governance and Geopolitics antreten.
Professor Helge Braun, Vorsitzender der Findungskommission und Vorsitzender des Kuratoriums der Hertie School, zeigte sich laut Meldung zufrieden mit den erfolgreichen Verhandlungen: "Wir freuen uns außerordentlich über die Berufung von Frau Schwarzer, die mit ihrem Renommee und anerkannter Expertise in internationaler Politik, Wissenschaft und dem Stiftungssektor die Hertie School enorm bereichern wird." Der Vorsitzende des Aufsichtsrats, Frank Mattern, bezeichnete sie als "Top-Personalie".
Schwarzer selbst betonte in ihrer Reaktion auf die Berufung, dass "wissenschaftliche Expertise und exzellente Forschung" insbesondere in herausfordernden Zeiten entscheidende Grundlagen für gute Regierungsführung seien. "Ich freue mich sehr, an der Hertie School an der Schnittstelle von Wissenschaft, Politik, Zivilgesellschaft und Wirtschaft zu wirken. Es ist eine wichtige Aufgabe, junge Menschen zu befähigen, mit Wissen, Urteilskraft und Verantwortungsbewusstsein die Zukunft von Politik und Gesellschaft mitzugestalten."
Querelen, Absage und Interimslösung im Vorfeld
Im November 2025 war es an der Hertie School zu Unmut gekommen, da die Findungskommission der Hochschule die bisherige Amtsinhaberin, Professorin Cornelia Woll, nicht im Amt bestätigen wollte. Woll hatte gegenüber dem Tagesspiegel zuvor angegeben, dass sie an einer zweiten Amtszeit Interesse habe. Es standen anhaltende Konflikte um unpopuläre Konsolidierungsentscheidungen im Raum. Die ehemalige Präsidentin bleibt der Hochschule als Professorin für internationale politische Ökonomie erhalten.
Stattdessen sollte der Roger-Williams-Straus-Professor für Sozialwissenschaften und Politikwissenschaftler, Professor Jan-Werner Müller, laut Empfehlung des Akademischen Senats neuer Präsident werden. Im März dieses Jahres gab die Hertie School jedoch bekannt, dass die Verhandlungen mit Müller gescheitert seien und er aus persönlichen Gründen abgesagt habe.
Seit März hatte deshalb ein Team aus der Geschäftsführung der Hertie School interimsmäßig die Leitung übernommen: Dr. Axel Maisch, Professorin Andrea Römmele (Dekanin für Weiterbildung), Professor Mark Hallerberg (Dekan für Forschung und Lehre) sowie Professorin Thurid Hustedt (Dekanin für Graduiertenstudiengänge). Im Mai wurde schließlich bekannt, dass Schwarzer als neue Präsidentin vorgesehen ist.
cva