Bild von drei silbernen Pokalen vor blauem Hintergrund
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Heinz Maier-Leibnitz Preise 2026
DFG gibt Preisträgerinnen und Preisträger bekannt

Drei Forscherinnen und sieben Forscher erhalten 2026 Heinz Maier-Leibnitz-Preise. Sie werden für Leistungen in der frühen Karrierephase geehrt.

27.03.2026

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) zeichnet in diesem Jahr drei Forscherinnen und sieben Forscher mit dem Heinz Maier-Leibnitz-Preis aus. Dies teilt die DFG am 26. März in einer Presseerklärung mit. Für ihre besonderen Leistungen in der Aufbauphase ihrer Karriere bekommen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ein Preisgeld von jeweils 200.000 Euro, mit dem sie ihre Forschungsarbeit bis zu drei Jahre finanzieren können. Der Ausschuss unter Leitung von DFG-Vizepräsident Professor Peter H. Seeberger wählte die Gewinnerinnen und Gewinner aus insgesamt 156 Vorschlägen aus.

Verliehen werden die Heinz Maier-Leibnitz-Preise 2026 an:

Professorin Jiska Classen, Mobile and Wireless Security, Hasso-Plattner-Institut für Digital Engineering, Potsdam

Classen deckt mithilfe innovativer Ansätze Sicherheitslücken in mobilen und drahtlosen Systemen auf, die in Smartwatches oder Tablets verwendet werden. Die gesellschaftlich hochrelevanten Erkenntnisse und Methoden tragen zur internationalen Sicherheitsforschung bei.

Dr. Guillem Domènech Fuertes, Gravitation und Kosmologie, Universität Hannover

Fuertes beschäftigt sich in seiner Forschung mit dem Wechselspiel von Gravitationswellen und primordialen Schwarzen Löchern in der Frühphase des Universums. Mit seiner Arbeit vertieft er unser Verständnis der dabei zugrundeliegenden physikalischen Prozesse.

Professor Michael Hahn, Computerlinguistik, Universität des Saarlandes, Saarbrücken

In seiner Forschung untersucht Hahn, warum auch gute Sprachmodelle der Künstlichen Intelligenz (KI) bei logischen Fragestellungen falsch liegen können. Er hat gezeigt, dass die Änderung eines einzigen Zeichens das korrekte Ergebnis verändern kann. Seiner Arbeit sind theoretische Einsichten zu verdanken, mit denen Stärken und Schwächen der Sprachmodelle besser vorhersagbar werden.

Professor Benjamin Loy, Romanische Literaturwissenschaft, LMU München

Loy untersucht ästhetische Merkmale der Literatur im Kontext von Ideen-, Sozial- und Kulturgeschichte in globaler Perspektive. Dabei zeigt er, dass Autorinnen und Autoren des Globalen Südens westliche Vorstellungen von Literatur, von der Welt oder des Fortschritts durch ihre Erzählwelten und transkulturelle Bezugssysteme infrage stellen.

Dr. Isabel Mira Oldengott, Teilchenphysik und Kosmologie, Universität Bielefeld

Oldengott arbeitet an der Schnittstelle von Kosmologie und Teilchenphysik. Sie konnte unter anderem kosmologische Auswirkungen von hypothetischen Neutrino-Selbstwechselwirkungen mit Methoden der statistischen kinetischen Theorie erstmals richtig beschreiben.

Dr. Kami Alexander Pekayvaz, Kardiologie, Angiologie, LMU München

In seiner Forschung beschäftigt sich Pekayvaz mit entzündlichen Prozessen und Reaktionen des Immunsystems, die Arteriosklerose und Thromben in Herzgefäßen hervorrufen können. Er hat nachgewiesen, dass Thrombenbildung und deren Auflösung durch die veränderte Blutgerinnung aufgrund von Stressbotenstoffen und einzelnen Immunzellen hervorgerufen werden können.

Juniorprofessor Alex Plajer, Polymerchemie, Universität Bayreuth

Plajer forscht zu nachhaltigen und vielseitig einsetzbaren Polymeren, deren anorganische Bestandteile sich herauslösen und recyclen lassen. Darüber hinaus hat er Baupläne für nachhaltige Kunststoffe mit Schwefelanteilen erstellt. Damit konnte er die Grundlage für eine neue Unterdisziplin der Polymerwissenschaften schaffen.

Juniorprofessor Dominik Schmid, Stochastik, Universität Augsburg

Schmid beschäftigt sich mit Ausschlussprozessen – das heißt mathematischen Modellen, mit denen Transportphänomene in unterschiedlichen Gebieten der Wissenschaft und im Alltag beschrieben werden (beispielsweise im Autoverkehr). Er hat neue, grundlegende Methoden entwickelt, mit denen sich beschreiben lässt, wie lange es dauert, bis sich ein Gleichgewicht in der zufälligen Teilchenbewegung einstellt.

Juniorprofessorin Julia Schulte-Cloos, Politikwissenschaft, Universität Marburg

In ihren Arbeiten analysiert Schulte-Cloos Daten aus sozialen Medien und Internetforen mithilfe von KI. Dabei untersucht sie relevante Sachverhalt unserer Zeit, darunter die politische Unzufriedenheit von Wählenden oder die Auswirkungen politischer Krisen. Mit ihrer Forschung wirft sie Schlaglichter auf den zunehmenden Erfolg populistischer und rechtsradikaler Parteien und trägt dazu bei, daraus resultierende Folgen für die politische Partizipation zu verstehen.

Dr. Luke Dimitrios Spieker, Verfassungs- und Europarecht, HU Berlin

In seiner Dissertation untersucht Spieker die Frage, ob der europäische Rechtekatalog ausreicht, damit die Rechtsprechung Werte, wie die Unabhängigkeit der Justiz, durchsetzen kann. Die Arbeit, in der er eine kohärente Idee des Europarechts methodisch breit verfolgt, gilt bereits als einschlägiges Standardwerk. In seinem neuen Projekt forscht er zum Zusammenwirken von Staatsangehörigkeitsrecht und europäischer Integration.

Heinz Maier-Leibnitz-Preis

Seit 1977 verleiht die DFG den Heinz Maier-Leibnitz-Preis jedes Jahr an herausragende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die sich in der Aufbauphase ihrer wissenschaftlichen Karriere befinden und noch keine unbefristete Professur haben. Sie soll als Ansporn und Unterstützung dienen, ihre wissenschaftliche Karriere voranzutreiben. Neben der Dissertation ist ausschlaggebend, dass die Forschenden ein eigenständiges wissenschaftliches Profil entwickelt und die Fachgemeinschaft mit ihren Beiträgen bereichert haben. Namensgeber des Preises ist seit 1980 der Atomphysiker und ehemalige DFG-Präsident Professor Heinz Maier-Leibnitz.

hae