Ein Ingenieur und eine Ingenieurin im Gespräch
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Gleichstellung
DFG will stärkere Sichtbarkeit von Frauen an Hochschulen

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft verspricht mehr Einsatz für Gleichstellung an Hochschulen. Mehr Frauen sollen gewonnen und präsenter werden.

01.07.2020

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat Empfehlungen zur Gleichstellung an Hochschulen veröffentlicht. Darin plädiert die Organisation dafür, Frauen gezielter für die Wissenschaft zu gewinnen und ihnen Zeit für Gremienarbeit zu geben.

"Mit den Empfehlungen will die in der DFG organisierte Wissenschaft ein Signal senden, dass das Thema [Gleichstellung] weiterhin von großer Aktualität ist", sagt DFG-Vizepräsident Professor Roland A. Fischer, der eine Arbeitsgruppe zu forschungsorientierten Gleichstellungsstandards der DFG leitet. "Die Empfehlungen richten sich an die DFG-Mitglieder selbst, sollen aber auch den Diskussionsprozess bei anderen Wissenschaftsorganisationen, in der Forschungsförderung oder auch in der Politik anstoßen und zu weiteren Verbesserungen in Bezug auf Chancengleichheit und Gleichstellung im Wissenschaftssystem beitragen."

Die Vorschläge der DFG sind nicht neu. Mehr Frauen sollen laut der Organisation unter anderem dadurch gewonnen werden, dass sie eine bessere Planbarkeit für die Karriere erhalten, zum Beispiel durch Tenure-Track-Stellen oder Verträge mit längeren Laufzeiten. Auswahlverfahren sollen außerdem professioneller und transparenter werden und die Rolle von Gleichstellungsbeauftragten gestärkt werden. Auch sollten Professuren laut DFG breiter ausgeschrieben werden, damit sich mehr Frauen darauf bewerben könnten. Weiter genannt ist der Vorschlag von fachspezifischen Zielmarken für den Frauenanteil und ein strukturiertes Monitoring, wie gut bestehende Initiativen zur Gleichstellung greifen. Einen besonderen Fokus setzt die DFG darauf, dass Frauen in den MINT-Fächern gewonnen werden. 

Die DFG will außerdem mehr Frauen in wichtigen Gremien der Wissenschaft sehen. Um das zu erreichen, soll eine solche Tätigkeit laut der Organisation stärker als Bestandteil der wissenschaftlichen Arbeit betrachtet werden und Frauen in anderen Aufgaben entlastet werden. Sie sollen dafür weniger lehren zu müssen oder Anspruch auf ein forschungs(freies) Semester haben. Wissenschaftlerinnen haben wiederholt betont, dass ihnen die Zeit für die Gremienarbeit für ihre Forschung fehle und sie damit leicht in ihrer Karriere zurückwerfe. Dadurch, dass sie weniger an Hochschulen seien als Männer, seien sie im Schnitt in mehr Gremien aktiv.

Mehr Details zu den Empfehlungen und weitere Positionen der DFG zur Gleichstellung sind auf der Website der Organisation abrufbar

kas

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