Das Bild zeigt Ellen Moons, die neue KVA-Generalsekretärin, im Grünen vor einem roten Backsteingebäude.
Patrik Lundin

Nobelpreise
Erste Frau an der Spitze von Nobelpreis-Institution

Die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften vergibt alljährlich drei der Nobelpreise. Dort gibt es nun eine personelle Veränderung.

02.01.2026

Erstmals werden die Namen der Trägerinnen und Träger der Nobelpreise für Physik, Chemie und Wirtschaftswissenschaften in diesem Jahr von einer Frau verkündet. Die Physik-Professorin Ellen Moons tritt zum Jahresstart ihren Posten als neue Generalsekretärin der Königlich-Schwedischen Akademie der Wissenschaften (KVA) in Stockholm an. Diese vergibt die Nobelpreise in den drei genannten Kategorien. Die gebürtige Belgierin ist die erste Frau in diesem Amt seit der Gründung der Akademie im Jahr 1739.

Pionierarbeit sei nichts grundsätzlich Neues für sie, sagte Moons laut KVA-Pressemitteilung. "Aber es ist klar, dass dies ein Meilenstein für die Schwedische Akademie der Wissenschaften ist, und es ist eigentlich verwunderlich, dass es nicht schon früher geschehen ist."

Moons war am 12. November 2025 auf der Hauptversammlung der KVA zur Nachfolgerin des bisherigen Generalsekretärs Professor Hans Ellegren gewählt worden. Die 59-Jährige lebt seit gut 25 Jahren in Schweden, ist seit 2011 Professorin an der Universität von Karlstad und seit 2017 gewähltes Mitglied der KVA. Seit 2022 gehörte sie dem Nobelkomitee an, das den Physik-Nobelpreis verleiht. 

Aufgaben der Generalsekretärin

Die Amtslaufzeit des Generalsekretärs oder der Generalsekretärin beträgt vier Jahre. Moons obliegt es nun, die Namen der Auserwählten in den Nobelpreis-Kategorien Physik, Chemie und Wirtschaftswissenschaften offiziell bekannt zu geben. Außerdem leitet sie die Aktivitäten der Akademie und ihres Sekretariats. Sie ist damit die Geschäftsführerin der KVA. Formal steht darüber noch das Amt des Präsidenten der Akademie, der allerdings öffentlich weitaus weniger in Erscheinung tritt als die Generalsekretärin.

Die KVA ist eine von vier Institutionen, die Anfang Oktober die verschiedenen Nobelpreisträgerinnen und -träger ausrufen. Der Medizin-Nobelpreis wird von der Nobelversammlung des Stockholmer Karolinska-Instituts vergeben, der Literaturnobelpreis von der Schwedischen Akademie. Der Friedensnobelpreis wird als einzige der Auszeichnungen nicht in Stockholm, sondern in Oslo verliehen – dort ist das norwegische Nobelkomitee für die Auswahl zuständig.

dpa/hes