Ein Arzt schaut sich eine Gehirnabbildung an
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Medizin Fach- und Oberärzte sollen mehr forschen können

Die DFG fordert verbindliche Zeiten für die Forschung nach der Facharztqualifikation. Dies soll den Karriereweg in der Medizin attraktiver machen.

12.03.2018

Fach- und Oberärztinnen und –ärzte sollen wissenschaftliche Forschung und Krankenversorgung erfolgreicher miteinander verbinden können. Das fordert die Ständige Senatskommission für Grundsatzfragen in der Klinischen Forschung der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Es müsse ein Programm zur wissenschaftsorientierten und strukturierten Personalentwicklung aufgelegt werden. In Forschung, Krankenversorgung und Lehre tätige Fach- und Oberärzte hätten eine "Schlüsselfunktion" für die Leistungsfähigkeit und Weiterentwicklung des Gesundheits- und Wissenschaftssystems. Für sie erweise sich die Vereinbarkeit von wissenschaftlicher Tätigkeit und Krankenversorgung oftmals als problematisch.

Die jetzt vorgelegten Empfehlungen richten sich an die Medizinischen Fakultäten und die zuständigen Ministerien in Bund und Ländern.

Verlässliche Karrierewege notwendig

"Wir brauchen gerade in Zeiten der Unterfinanzierung von Universitätskliniken geschützte Zeiten für Forschung sowie verlässliche und attraktive Karrierewege für Fachärztinnen und -ärzte", sagt Professor Dr. Leena Bruckner-Tuderman, Vorsitzende der Senatskommission und Vizepräsidentin der DFG.  Für Ärztinnen und Ärzte nach der Facharztqualifikation sollen Strukturen für eine erfolgreiche Verknüpfung von Wissenschaft und Krankenversorgung geschaffen werden. Dies soll in Form spezieller Programme geschehen, um eine Verbindlichkeit zwischen der Institution und den geförderten Personen herzustellen. Unabdingbar sei hier ein verbindlich festgelegter Forschungsanteil von etwa 50 Prozent der Arbeitszeit.

Zu den Aufgabenfeldern der Advanced Clinician Scientists zählt die Senatskommission neben der Leitung einer wissenschaftlichen Arbeitsgruppe und der Krankenversorgung die forschungsorientierte Lehre sowie die Einbindung in die Aus- und Weiterbildung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Sie empfiehlt, Fach- und Oberärzte über einen Zeitraum von maximal sechs Jahren in einem solchen Programm zu fördern. Idealerweise sollte das Programm in ein bereits vorhandenes Personalentwicklungskonzept für den Karriereweg forschender Ärztinnen und Ärzte in der Universitätsmedizin eingebettet werden.

Eine "adäquate Forschungsinfrastruktur" ist Voraussetzung

Als institutionelle Voraussetzung der Universitätsmedizin nennt die Senatskommission insbesondere eine adäquate Forschungsinfrastruktur, auch in Kooperation mit anderen universitären oder außeruniversitären Forschungseinrichtungen. Die Finanzierung der Programme sollte zweigeteilt sein: Die klinische Tätigkeit sollte aus Mitteln der Krankenversorgung, der Forschungsanteil aus Drittmitteln und aus einem erhöhten Landeszuführungsbetrag finanziert werden. Daher richten sich die Empfehlungen nicht nur an die Medizinischen Fakultäten, sondern auch an die Ministerien für Forschung und Gesundheit in Bund und Ländern, um die finanziellen Voraussetzungen dafür zu schaffen, die Programme zeitnah einzurichten.
 
Das von der Ständigen Senatskommission für Grundsatzfragen in der Klinischen Forschung empfohlene modellhafte Advanced Clinician Scientist-Programm ist eine Weiterentwicklung der Empfehlungen der Senatskommission von 2015, Clinician Scientist-Programme für Ärzte in der Facharztweiterbildung einzurichten.

Beide Empfehlungen schließen nach Ansicht der DFG eine derzeit im internationalen Vergleich in Deutschland bestehende Lücke in der Förderung eines wissenschaftlich-akademischen Karrierewegs in der Universitätsmedizin. Basierend auf den Empfehlungen von 2015 hat die DFG nun im Januar die Förderung von Clinician Scientist-Programmen in der Universitätsmedizin ausgeschrieben.

gri

 

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