Drei Frauen verschiedener ethnischer Herkunft und Alters in einer Besprechung in einem Büro
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Geschlechtergleichstellung
Frauen an Hochschulen weiter unterrepräsentiert

Trotz erheblicher Steigerungen in den vergangenen Jahrzehnten bleiben Frauen in der Wissenschaft in der Unterzahl. Dies zeigen neue Zahlen.

05.07.2022

Frauen sind bei der Leitung von Hochschulen und Fakultäten immer noch deutlich unterrepräsentiert. Das geht aus dem Datenreport Geschlechtergleichstellung in Hochschulgremien hervor, den das GESIS – Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften am Montag veröffentlicht hat.

Demnach betrug der Anteil an Rektorinnen und Präsidentinnen an deutschen Hochschulen 2020 nur 25 Prozent. Einschließlich Vizepräsidentinnen, Prorektorinnen und Kanzlerinnen liege der Frauenanteil in Hochschulleitungen bei 30 Prozent. Unter Hochschulräten seien es 37 Prozent. Trotz Steigerung des Frauenanteils auf diesen Positionen um fast 20 Prozentpunkte in den vergangenen 20 Jahren seien die Hochschulen damit noch weit von einer paritätischen Beteiligung in der Führung entfernt. Bei den Fakultäten werde sogar nur jede fünfte von Frauen geleitet. Der Anteil der Dekaninnen liegt damit auch unter dem Professorinnenanteil, der zuletzt 26 Prozent betrug.

Der Frauenanteil an den Habilitationen lag 2021 bei 34 Prozent, teilte das Statistische Bundesamt am Dienstag mit. Dies sei ein leichter Rückgang gegenüber 2020 (35 Prozent), jedoch eine deutliche Steigerung seit 2011 (25 Prozent). Die Gesamtzahl der Habilitationen – 1.621 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler – habe 2021 im Vergleich zum Vorjahr um rund sechs Prozent zugenommen, wobei die Zahl der Habilitationen bei den Männern stärker gestiegen sei als bei den Frauen.

Grundlage des Reports des Leibniz-Instituts sind Daten des Statistischen Bundesamt sowie eigene Erhebungen des Kompetenzzentrums Frauen in Wissenschaft und Forschung CEWS, einem Team innerhalb des Instituts. Um den Frauenanteil in Leitungsgremien der Hochschulen zu erhöhen, sind nach Ansicht des Instituts weiterhin Gleichstellungsmaßnahmen notwendig.

Auch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) kündigte am Dienstag an, die Gleichstellung der Geschlechter in der Wissenschaft weiter vorantreiben zu wollen. Gleichzeitig wolle sie ihre Maßnahmen auf mehr Diversität ausrichten. Der Aspekt der Diversität werde in die sogenannten Forschungsorientierten Gleichstellungsstandards der Förderorganisation aufgenommen. Neben Geschlecht und geschlechtlicher Identität umfassten diese nun auch ethnische Herkunft, Religion und Weltanschauung, Behinderung oder chronische Erkrankung sowie soziale Herkunft und sexuelle Orientierung.

ckr

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