USA
Ig-Nobelpreis wechselt in die Schweiz
Am 3. September findet die 36. Verleihung des Ig-Nobelpreises erstmals in der Schweiz statt in den USA statt. Das kündigte die Zeitschrift Annals of Improbable Research (AIR) am 10. März auf ihrer Website an. Die Zeitschrift verleiht den "unehrenhaften Ehrenpreis" (von Ignoble Nobel Prize) jährlich für kuriose Wissenschaft, die zum Lachen und Nachdenken anregt. Die 35 Verleihungen seit 1991 fanden nach AIR-Angaben alle in Massachusetts statt: an der Harvard University, dem Massachusetts Institute of Technology und der Boston University. Echte Nobelpreisträgerinnen und Nobelpreisträger überreichten traditionell die Auszeichnungen bei der Zeremonie – oft mit lustigen Hüten.
Marc Abrahams, Gründer und Moderator der Zeremonie sowie AIR-Herausgeber, erklärte in der Online-Meldung: "Im vergangenen Jahr ist es für unsere Gäste zu gefährlich geworden, hier einzureisen. Wir können es mit unserem Gewissen nicht vereinbaren, die neuen Preisträgerinnen und Preisträger oder die internationalen Journalistinnen und Journalisten, die über die Veranstaltung berichten, zu bitten, dieses Jahr in die USA zu reisen." Jährlich werden zehn neue Ig-Nobelpreise verliehen.
Die diesjährige Zeremonie werde in Zusammenarbeit mit Institutionen der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) und der Universität Zürich veranstaltet. Abrahams erklärte, die Schweiz habe viele unerwartete Errungenschaften wie Albert Einsteins Physik, die Weltwirtschaft und die Kuckucksuhr hervorgebracht und trage erneut dazu bei, "dass die Welt ungewöhnliche Menschen und Ideen würdigt". Die traditionell schrille Gala fand zuletzt 2025 vor rund 1.000 Zuschauerinnen und Zuschauern in Boston mit dem Oberthema "Verdauung" statt. Gekürt wurde Forschung zu Pizza essenden Eidechsen, Knoblauch in der Muttermilch und zur Wachstumsrate eines Fingernagels.
Gala in Europa, doch die USA werden nicht "im Stich gelassen"
Laut Bekanntgabe werde im Frühjahr wie üblich die Ig-Nobelpreis-Eurotour stattfinden. Dabei nehmen ehemalige Ausgezeichnete an öffentlichen Veranstaltungen in Deutschland, Schweden, Schweiz, Griechenland und den Niederlanden teil.
Für die Zukunft ist es Abrahams zufolge geplant, die Preisverleihung alles zwei Jahre in Zürich und in den ungeraden Jahren in einer anderen Stadt zu veranstalten. Städte in Europa und anderswo planten bereits, die Preisverleihung in den kommenden Jahren auszurichten und Online-Übertragungen zu veranstalten. Abrahams betonte, dass "die Wissenschaft, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie die Begeisterung der Öffentlichkeit für die Wissenschaft in den USA nach wie vor lebendig" seien und man sie "nicht im Stich lassen" werde.
Rund drei Wochen nach der offiziellen Verleihung in der Schweiz soll in Boston eine besondere, neue Art von Feier stattfinden. Ehemalige Preisträgerinnen und Preisträger von Ig-Nobelpreisen und Nobelpreisen, Musikerinnen und Musikern sowie "Hunderte von fröhlichen Menschen" würden dann ausgiebig feiern.
cva