Ein junger Mann steht lächelnd im Freien vor einem grauen Garagentor: Es ist Marian Grau.
privat

Student des Jahres 2026
Informatikstudent engagiert sich für Familien mit behinderten Kindern

Marian Grau wird für sein Engagement ausgezeichnet. Seine Familiengeschichte verbindet ihn mit den Geschwistern Schwerbehinderter.

04.02.2026

Marian Grau von der Universität Konstanz wird vom Deutschen Studierendenwerk (DSW) und vom Deutschen Hochschulverband (DHV) für sein außergewöhnliches Engagement bei der Unterstützung von Familien mit behinderten Kindern als Student des Jahres 2026 ausgezeichnet. Sein Wirken ist eng mit seiner eigenen Lebensgeschichte verknüpft, wie aus der Pressemitteilung des DHV zur Auszeichnung hervorgeht. 

Als Grau neun Jahre alt war, sei sein älterer Bruder Marlon gestorben, der aufgrund eines Gendefekts schwerstbehindert war. Grau habe mit dem Verlust zurechtkommen müssen und habe die Öffentlichkeit an seinen Erfahrungen durch sein Buch "Bruderherz: Ich hätte dir so gern die ganze Welt gezeigt" teilhaben lassen. Seitdem engagiere sich Grau neben Schule und Informatikstudium als Botschafter des Deutschen Kinderhospizvereins sowie als Pate des gemeinnützigen Vereins Philip Julius, der Familien mit behinderten Kindern zur Seite steht. In beiden Funktionen trete Grau als Autor, Referent und Gesprächspartner in Erscheinung, um für die Belange von Familien mit schwerstbehinderten Kindern zu sensibilisieren. 

Im Rahmen seines Engagements für Philip Julius e.V. habe er mit dem Programm "Von Geschwistern für Geschwister" ein Leuchtturmprojekt ins Leben gerufen. Es ermögliche Begegnungen, Austausch im geschützten Raum und Vernetzung zwischen Kindern und Jugendlichen, die mit einem Geschwisterkind mit Behinderung oder chronischer Erkrankung aufwachsen. Auf den zweimal jährlich stattfindenden Treffen schöpften sie neue Kraft und könnten über Themen sprechen, für die im Alltag ihrer Familien kein Platz sei. 

Einsatz für Kinder und Jugendliche würdigen 

Wenn ein Kind mit einer schweren Behinderung aufwächst oder verstirbt, prägt das auch den Lebensweg seiner gesunden Geschwister, stellen DSW-Präsidentin Professorin Beate Schücking und DHV-Präsident Professor Lambert T. Koch in ihrer gemeinsamen Begründung für die Auszeichnung heraus. Neben emotionalen Herausforderungen wie Sorgen und Trauer erlebten sie oft einen Mangel an Aufmerksamkeit der Eltern sowie einen Alltag, der stark durch Rücksichtnahme bestimmt sei. 

"Das von Marian Grau initiierte und getragene Projekt setzt an dieser Stelle punktgenau an. Es greift jungen Menschen, deren Belange in unserer Gesellschaft oft zu wenig gesehen werden, mit Rat und Tat unter die Arme und gibt ihnen Halt", begründen Schücking und Koch die Auszeichnung. Dieser keineswegs selbstverständliche Einsatz sei beeindruckend und bewundernswert. 

Verliehen wird der Preis am 23. März 2026 in Berlin bei der "Gala der Deutschen Wissenschaft" des DHV. Mit der Auszeichnung ist ein Preisgeld in Höhe von 5.000 Euro verbunden, das vom Stifterverband zur Verfügung gestellt wird. Zuletzt geehrt wurde Noah Dejanović von der Universität Leipzig. Der Lehramtsstudent erfuhr als Kind Gewalt und setzt sich heute für die Aufklärung und Sensibilisierung von Studierenden und Lehrenden in Bezug auf Kindeswohlgefährdung und sexualisierte Gewalt ein.

cva