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Portraitfotos von Shimon Sakaguchi und Judith Reichmann
picture alliance/Lopez/Privat/dpa

Medizin
Japanischer Immunologe mit Paul Ehrlich-Preis ausgezeichnet

Der Entdecker der "Blauhelme des Immunsystems" erhält den renommierten Medizin-Preis. Der Nachwuchspreis geht an eine Heidelberger Molekularbiologin.

21.01.2020

Der japanische Immunologe Professor Shimon Sakaguchi erhält den Paul Ehrlich- und Ludwig Darmstaedter-Preis 2020. Sakaguchi wird für die Entdeckung der sogenannten regulatorischen T-Zellen geehert, wie der Stiftungsrat am Dienstag in Frankfurt bekanntgab. Sie seien "die Blauhelme des Immunsystems". Es unterscheidet mit ihrer Hilfe, was fremd ist und was zum Körper gehört. Regulatorische T-Zellen seien zudem exzellente Zielmoleküle für Therapien. Der 69-Jährige forscht und lehrt an der Osaka-Universität in Japan. Die mit 120.000 Euro dotierte Auszeichnung wird am 14. März in Frankfurt überreicht.

Der mit 60.000 Euro dotierte Nachwuchspreis geht in diesem Jahr an Judith Reichmann vom Europäischen Laboratorium für Molekularbiologie (EMBL) in Heidelberg. Die 35-Jährige habe gezeigt, warum Maus-Embryonen mitunter die falsche Zahl an Chromosomen haben oder über mehr als einen Zellkern pro Zelle verfügen. Ihre Erkenntnisse seien auch für das Gelingen menschlicher Fortpflanzung interessant.

Die Auszeichnung gilt als eine der bedeutendsten Ehrungen in der medizinischen Grundlagenforschung. Viele Preisträger der vergangenen Jahrzehnte bekamen später den Medizin-Nobelpreis. 2019 wurden der deutsche Zellbiologe Franz-Ulrich Hartl und der US-Amerikaner Arthur Horwich für ihre grundlegenden Arbeiten zur Proteinfaltung geehrt. Den Nachwuchspreis bekam Dorothee Dormann vom Biomedizinischen Centrum der Ludwig-Maximilians-Universität München.

aktualisiert am 21.01.2020 um 11:22 Uhr

dpa