Karriere

Von der Promotion über die Postdoc-Phase bis zur Professur – diese Rubrik unterstützt mit kurzen Ratgeber-Texten und ausführlichen Hintergrund-Artikeln Ihre berufliche Karriere.


Außergewöhnliche Forschung
Neue Freigeist-Fellowships verliehen

Die VolkswagenStiftung fördert mit je rund einer Million Euro acht neue Nachwuchswissenschaftler. Diese haben besonders risikoreiche Forschungsideen.

06.09.2018

Die VolkswagenStiftung fördert eine neue Gruppe von acht Forschenden mit einem "Freigeist-Fellowship". Seit 2014 werden diese an Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler vergeben, die nach Auffassung der Stiftung besonders risikoreiche und außergewöhnliche Forschungsvorhaben planen. Voraussetzung ist, dass die Wissenschaftler an einer Forschungseinrichtung in Deutschland und interdisziplinär arbeiten sowie ihre Promotion vor maximal vier Jahren abgeschlossen haben.

Die aktuell ausgezeichneten Forschungsprojekte reichen von der Erforschung der Demokratisierungsprozesse in Indonesien und der Türkei über den Zusammenhang von Globalisierung und kriminellen Netzwerken bis zu adaptiven Neuroprothesen für die Behandlung der Parkinson-Erkrankung. Die Forschungsideen sind aus insgesamt 90 Anträgen ausgewählt worden.

Die neuen Freigeist-Fellows und ihre Forschungsvorhaben:

  • Dr. Stefanie Büchner: "Digital Cases" (Universität Hannover, bis zu 983.400 Euro)
  • Dr. André Großardt: "Decoherence in Gravitating and Gravity-exposed Quantum Systems" (Universität Jena, bis zu 963.300 Euro)
  • Dr. Shimpei Ishiyama: "The Tickling Approach to the Neuroscience of Fun" (Universität Mainz, bis zu 978.000 Euro)
  • Dr. Frigga Kruse: "Timeless Arctic – Commercial Hunting in the Reconstruction of Human Impact in Svalbard" (Universität Kiel, bis zu 821.300 Euro)
  • Dr. Ned Richardson-Little: "The Other Global Germany: Deviant Globalization and Transnational Criminality in the 20th Century" (Universität Erfurt, bis zu 1.078.400 Euro)
  • Dr. Saskia Schäfer: "Secularity, Islam and Democracy in Indonesia and Turkey" (Humboldt-Universität Berlin, bis zu 975.700 Euro)
  • Dr. Elisabeth Waldmann: "Bayesian Boosting – A New Approach to Data Science, Unifying Two Statistical Philosophies" (Universität Erlangen-Nürnberg, bis zu 1.037.800 Euro)
  • Dr. Nikolaus Wenger: "Adaptive Neuroprosthetic Control at the Synaptic Level: Restoring Dynamic Dopamine Signaling in Parkinson´s Disease" (Charité – Universitätsmedizin Berlin, bis zu 997.600 Euro)

Mit der Fellowship-Initiative will die VolkswagenStiftung talentierten Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftlern mehr Sicherheit auf ihrem Karriereweg geben. Künftig sollen sich diese die Fördersumme noch flexibler aufteilen können.

Zum nächsten Stichtag am 11. Oktober 2018 können in der ersten Förderphase bis zu 1,8 Millionen  Euro mit einer Laufzeit von fünf oder sechs Jahren beantragt werden. Die Förderung kann bei einer fünfjährigen Förderung um drei Jahre und bei einer sechsjährigen Förderung um zwei Jahre verlängert werden. Für diese Zeit erhalten die Nachwuchswissenschaftler dann noch einmal bis zu 400.000 Euro zusätzlich.

Forschende können so ihre Forschungsprojekte auch im Rahmen einer Juniorprofessur realisieren und sich so ein eigenes Forschungsprofil aufbauen. Bislang werden die Wissenschaftler über fünf Jahre gefördert, mit der Option auf eine Verlängerung um drei Jahre. Das Gesamtbudget beträgt bis zu 1,4 Millionen Euro.

kas