Gala der Deutschen Wissenschaft
Preise der Wissenschaft 2025 vergeben
Der Deutsche Hochschulverband (DHV) hat am Montag im Rahmen der "Gala der Deutschen Wissenschaft" sechs Preise verliehen. 300 Gäste aus Hochschule, Politik und Gesellschaft haben an der Festveranstaltung im Konzerthaus in Berlin teilgenommen, wie der Verband mitteilte. Gemeinsam wurde auch dessen 75. Bestehen gefeiert.
Hochschullehrer des Jahres
Nils Mönkemeyer, Professor für Viola an der Hochschule für Musik Hanns Eisler Berlin, erhielt die Auszeichnung "Hochschullehrer des Jahres". Der Preis, der mit Unterstützung des ZEIT-Verlags Gerd Bucerius GmbH & Co. KG vergeben wird, ist mit 10.000 Euro dotiert. Mönkemeyer ermöglicht mit dem von ihm und der Caritas Bonn gegründeten Festival "Klassik für Alle" Konzertbesuche und außergewöhnliche Begegnungen abseits der großen Konzerthäuser für Menschen, die es im Leben schwerer haben, so die Jury. Auch darüber hinaus engagiere sich Mönkemeyer und bringe Musik zu denjenigen, die in der Regel weder Gelegenheit noch Möglichkeit haben, an Konzerten teilzuhaben. "Herr Kollege Mönkemeyer ist auf den großen Konzertbühnen der Welt zuhause, will hochwertige klassische Live-Musik aber keinesfalls nur einer kleinen Elite vorbehalten wissen", erklärte der DHV-Präsident, Professor Lambert T. Koch. Er habe sich in herausragender Weise um das Ansehen des Berufsstands in der Öffentlichkeit verdient gemacht.
Nachwuchswissenschaftler des Jahres
Mit der Initiative "KI macht Schule" bringe Dr. Steffen Schneider Künstliche Intelligenz in den Schulunterricht. Mehrere tausend Schülerinnen und Schüler konnte er seit 2019 mit ihren Lehrkräften bereits in Kursen und Fortbildungen erreichen, so die Jury. Als Leiter des "Dynamical Inference Labs" am Helmholtz Zentrum München schaffe Schneider gemeinsam mit seiner Forschungsgruppe mit Algorithmen des maschinellen Lernens neue Ansätze für die medizinische Grundlagenforschung. Academics – das von der ZEIT und der vom DHV herausgegebenen Zeitschrift "Forschung & Lehre" getragene Online-Karriereportal für Wissenschaft, Forschung, Öffentliches und Gesellschaft hat ihm dafür den Preis "Nachwuchswissenschaftler des Jahres" überreicht. Der Preis ist mit 5.000 Euro dotiert.
Student des Jahres
Noah Dejanović setzt sich mit dem Projekt "Kinderschutz im Studium" für die Aufklärung und Sensibilisierung von Studierenden und Lehrenden in Bezug auf Kindeswohlgefährdung und sexualisierter Gewalt gegen Kinder ein. Der Deutsche Hochschulverband (DHV) und das Deutsche Studierendenwerk (DSW) haben den Lehramtsstudenten der Universität Leipzig als "Student des Jahres 2025" ausgezeichnet. Dejanović, der als Kind selbst körperliche, psychische und sexualisierte Gewalt erfuhr, beteilige sich im Rahmen seines Engagements beispielsweise an der Kampagne "#GemeinsamGegenMissbrauch" der Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung. "Der Preis trägt dazu bei, dass das Thema Aufmerksamkeit bekommt", sagte Dejanović bei seiner Auszeichnung. Auch wenn das mediale Interesse teils etwas überfordernd sei, freue er sich, etwas bewirken zu können. Er appellierte an Hochschulleitungen und die Politik, Lehrpläne um entsprechende Inhalte zu erweitern. Das mit der Auszeichnung verbundene Preisgeld von 5.000 Euro stellt der Stifterverband zur Verfügung.
Rektor des Jahres
Professor Manfred Bayer, Rektor der TU Dortmund konnte seinen 2024 errungenen Titel als "Rektor des Jahres" verteidigen und erhielt die Auszeichnung im zweiten Jahr in Folge. Zum siebzehnten Mal hatte der Verband seine Mitglieder gebeten, die Kompetenzen und Fähigkeiten der Rektorinnen und Rektoren sowie Präsidentinnen und Präsidenten der wissenschaftlichen Hochschulen Deutschlands zu bewerten und ihnen eine Beurteilung zwischen 1 ("ideale Besetzung") und 6 ("denkbar schlechteste Besetzung") zu geben.
Wissenschaftsministerin des Jahres
Zum dritten Mal hat Katharina Fegebank die Auszeichnung "Wissenschaftsministerin des Jahres" erhalten. Die Zweite Bürgermeisterin und Wissenschafts-Senatorin Hamburgs hat nach 2020 und 2023 erneut die beste Bewertung im Ranking der Wissenschaftsministerinnen und Wissenschaftsminister in Bund und Ländern erreicht. Wiederum konnten die Mitglieder des DHV Bewertungen zwischen "1" und "6" vergeben werden. Sie verstehe sich als "Möglichmacherin", sagte Fegebank während der Gala und fügte hinzu: "Ich hatte heute Abend ein paar Mal Tränen in den Augen, als die eigentlichen Stars hier auf der Bühne standen."
Wissenschaftsstiftung des Jahres
Auch Professorin und Nobelpreisträgerin Christiane Nüsslein-Volhard erhielt eine Auszeichnung: Ihre im Jahr 2004 gegründete Stiftung wurde von der Deutschen Universitätsstiftung und dem Stifterverband als "Wissenschaftsstiftung des Jahres" ausgezeichnet. Die Christiane Nüsslein-Volhard-Stiftung fördert begabte Frauen mit Kindern auf dem Berufsweg zur Wissenschaftlerin. Eine funktionierende Kinderbetreuung sei hierzulande nach wie vor nicht gegeben, erzählte Nüsslein-Volhard im Rahmen der Preisverleihung aus dem Alltag der unterstützten Wissenschaftlerinnen. Ausländische Stipendiatinnen meldeten zudem zurück, dass weibliche Forschende gerade in Deutschland, Österreich und der Schweiz Vorurteilen ausgesetzt seien: "Es wird Frauen immer noch übelgenommen, wenn sie trotz Kindern weiterhin ehrgeizig ihre Karriere verfolgen." Die Christiane Nüsslein-Volhard-Stiftung setze mit ihrer Arbeit Maßstäbe, an denen sich andere Stiftungen, Stifterinnen und Stifter orientieren könnten, so die Jury. Verbunden mit der Auszeichnung ist ein Preisgeld von 5.000 Euro.
aktualisiert am 01.04.2025 [Ergänzung der Zitate von Christiane Nüsslein-Volhard, Noah Dejanović und Katharina Fegebank], zuerst veröffentlicht am 31.03.2025
cpy