Hochschulstatistik
Promotionsquote in Chemie mit 80 Prozent am höchsten
Über die Hälfte der rund 27.500 jährlichen Promotionen im Durchschnitt der Jahre 2022-2024 entfällt auf die Fächer Medizin (7.351), Biologie (1.964), Chemie (1.923), Physik (1.602) und Maschinenbau beziehungsweise Maschinenbauwesen (1.301). Das ist ein zentrales Ergebnis der Datenauswertung, die das CHE Centrum für Hochschulentwicklung am 22. Januar veröffentlicht hat.
Die Datenanalysen zeigen, dass sich die absoluten und relativierten Häufigkeiten von Promotionen von Fach zu Fach stark unterscheiden. Um die Menge der Promotionen je Fach einordnen zu können, hat CHE-Datenanalyst Cort-Denis Hachmeister eine Relativierung an der Anzahl der Abschlüsse auf Masterniveau vorgenommen.
Die auf diese Weise errechnete Promotionsquote lag im untersuchten Zeitraum für das Studienfach Chemie bei rund 80 Prozent, das heißt rechnerisch haben in diesem Fach vier von fünf Studierenden nach dem Masterabschluss zusätzlich einen Doktortitel erworben. In der Medizin sowie in der Biologie lag der Anteil bei je 71 Prozent gefolgt von der Physik mit 57 Prozent und den Interdisziplinären Studien mit Schwerpunkt Naturwissenschaften (48 Prozent).
Anzahl der Promotionen langfristig bisher recht stabil
In den letzten 25 Jahren schwankte die Anzahl der Promotionsabschlüsse zwischen etwa 23.000 und 29.000 pro Jahr. Demgegenüber ist die Zahl der Erstsemester insbesondere von 1999 bis 2011 von rund 246.000 auf rund 445.000 stark gestiegen, blieb bis 2024 weitgehend stabil und lag dann bei etwa 411.000 Studienanfängerinnen und Studienanfängern.
Als mögliche Begründung für die ungleiche Entwicklung wird der sogenannte Deckeneffekt angeführt, "dass also die Anzahl der Promotionsmöglichkeiten, insbesondere deren Finanzierung zum Beispiel durch Stipendien oder Projektstellen, nicht im selben Umfang zugenommen haben".
Eine Erklärung könne auch sein, dass die zusätzlichen Erstsemester ihr Studium nicht in Fächern begonnen hätten, in denen häufig promoviert werde. Allerdings zeigt laut CHE eine aktuelle Auswertung des Statistischen Bundesamtes eine in den letzten Jahren gestiegene Anzahl von noch im Verfahren befindlichen Promovierenden. Dies bestätige die These, dass der Höhepunkt bei den Promotions(abschluss)zahlen erst noch bevorstehen könnte.
cva