Frauenanteil an Hochschulen
Welche Unis bei der Gleichstellung vorne liegen
Im Vergleich der Bundesländer liegt Berlin bei der Gleichstellung von Frauen und Männern an Hochschulen erneut vorne. Gleichauf ist Bremen, auf beide folgt Hamburg. Das geht aus einem aktuellen Ranking des CEWS Kompetenzzentrum Frauen in Wissenschaft und Forschung hervor. Auf dem vorletzten Rang sieht das "Hochschulranking nach Gleichstellungsaspekten 2025" das Bundesland Mecklenburg-Vorpommern vor dem Schlusslicht Saarland. Die Ergebnisse hat das CEWS am GESIS – Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften am Mittwoch veröffentlicht.
Unis, die der Gleichstellung am nächsten kommen
Bei den Universitäten schnitten am besten ab: die Hertie School in Berlin, die Universitäten Duisburg-Essen, Hildesheim und Marburg, sowie die Universität der Bundeswehr München, die Universität Potsdam und die Universität des Saarlandes in Saarbrücken. Sie erhielten mit jeweils elf von zwölf Punkten das höchste Ergebnis. Die Schlusslichter der Rangliste bilden die Universitäten Trier und Mannheim sowie die private EBS Universität für Wirtschaft und Recht. Sie erhielten fünf, vier und zwei Punkte. Die EBS Universität für Wirtschaft und Recht hatte das Ranking von 2023 noch angeführt und damals noch elf von zwölf Punkten erhalten.
In das Gesamt-Ranking fließen sieben Indikatoren ein, darunter das Verhältnis der Promotionen von Frauen zum Studentinnen-Anteil, das Verhältnis des Frauenanteils an Juniorprofessorinnen und Habilitationen zum Frauenanteil an Promotionen, aber auch die Veränderung des Frauenanteils bei den Professuren im Abstand von fünf Jahren.
Deutlich mehr Professorinnen seit 2001
Verglichen mit den im allerersten Ranking berücksichtigten Daten von 2001 stellt der Bericht einen deutlichen Zuwachs an Professorinnen fest: 2023 lag der Frauenanteil bei den Professuren bei 29 Prozent gegenüber elf Prozent. Auch der Anteil der Promotionen von Frauen hat zugenommen und lag 2023 bundesweit bei 46 Prozent gegenüber 33 Prozent im Jahr 2021. Allerdings zeige ein Blick auf den Anteil der Professorinnen, dass die "Leaky Pipeline" weiterhin bestehe, das heißt, dass der Anteil der Frauen mit jeder höheren Karrierestufe abnimmt.
Die Teilhabe der Geschlechter an Hochschulen habe dank der Anstrengungen der Förderinnen und Förderer von Gleichstellung an den Hochschulen sowie durch Programme von Bund und Ländern und Institutionen wie der DFG zugenommen. Die Veränderung erfolge allerdings "viel zu langsam und nicht ohne die Gefahr von Rückschritten", so der Bericht.
In der diesjährigen Auswertung wurde demnach die Methodik angepasst. Die Bewertung pro Indikator erfolge weiterhin nicht durch feste Plätze, sondern durch eine Zuordnung zu Ranggruppen. Um weiterhin Anreize für Anstrengungen in der Gleichstellungspolitik zu setzen, erfolgt die Bildung der Ranggruppen nun allerdings über Schwellenwerte und nicht wie bisher durch Quartile. Durch diese Schwellenwerte hätten alle Hochschulen die Möglichkeit, in die Top-Gruppe zu gelangen, heißt es im CEWS-Ranking.
Das alle zwei Jahre veröffentlichte Ranking soll den Verantwortlichen an den Hochschulen und in der Politik laut Bericht Impulse für eine wirkungsvolle Gleichstellungspolitik geben. Die Auswertung beruht auf Daten des Statistischen Bundesamts. Berücksichtig wurden dabei alle Hochschulen, die Mitglied der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) sind und mindestens zehn Professuren haben, ebenso wie Hochschulen, die kein HRK-Mitglied sind und über mindestens 30 Professuren verfügen. Das Gesamtranking gibt Auskunft über 79 Universitäten, 148 Hochschulen für Angewandte Wissenschaften und 45 Kunst- und Musikhochschulen.
cpy