zwei Frauen diskutieren auf einem Flur über Papiere gebeugt
mauritius images / Cultura / Ingolf Hatz

Gleichstellung
Zusätzliches Geld für Frauen in der Wissenschaft

Die DFG hat konkrete Maßnahmen zur Förderung der Gleichstellung eingeführt. Darunter: Personalmittel um Führungskräfte zu entlasten.

17.11.2020

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat ein Budget von 80.000 Euro eingeführt, mit dem Forschungsverbünde ab sofort mehr Personal einstellen können. Wie die DFG am Dienstag mitteilte, soll das wissenschaftliche oder administrative Personal dort für Entlastung sorgen, wo Wissenschaftlerinnen oder Wissenschaftler die Leitung oder Koordination eines Forschungsverbunds übernehmen. Deren Mehrbelastung als Sprecherin oder Sprecher soll so ausgeglichen werden. Alternativ könne das Geld auch ein Forschungs(frei)semester oder eine anteilige Rotationsstelle finanzieren.

Die Maßnahme richte sich an Forschungsgruppen, Graduiertenkollegs, Schwerpunktprogramme und Sonderforschungsbereiche. Voraussetzung sei, dass deren Leitungsposition durch eine Person besetzt ist, die dem jeweils unterrepräsentierten Geschlecht in dieser Disziplin angehöre. Welches Geschlecht auf Leitungsebene in den jeweiligen Fächern dominiert, will die DFG anhand regelmäßiger Übersichten zeigen. Bewilligt würde die Pauschale über einen entsprechenden Antrag.

Das neu beschlossene Budget ist eine von mehreren Maßnahmen, um die Chancengleichheit in der Wissenschaft zu fördern. Es diene als Anreiz, damit in Leitungsebenen unterrepräsentierte Personengruppen mehr Führung übernähmen, teilte die DFG mit. Insbesondere Frauen seien neben ihrer Forschung stark eingebunden, etwa durch Gremienarbeit, Lehre oder Verwaltung. Als Sprecherinnen eines DFG-Verbunds seien sie bislang kaum vertreten. Bereits im Juli hatte sich die DFG in einem Positionspapier für Gleichstellung an Hochschulen ausgesprochen.

Eine ähnliche "Pauschale für Chancengleichheitsmaßnahmen" habe die DFG ebenfalls ab sofort für das Emmy Noether-Programm und die Sachbeihilfe eingerichtet. Die Förderung betrage hierbei bis zu 1.000 Euro jährlich. Daraus könnten neben Hilfskräften auch Konferenzgebühren, Karrierecoachings oder Kinderbetreuung für Wissenschaftlerinnen bezahlt werden.

ckr

0 Kommentare