Das Foto zeigt das Denkmal für Wilhelm von Humboldt vor der gleichnamigen Berliner Universität
dpa/picture-alliance

Humboldt-Universität Akademischer Senat stimmt für Islamische Theologie

Die Befürworter eines Instituts für Islamische Theologie in Berlin kommen ihrem Wunsch einen Schritt näher. Die finale Entscheidung folgt Ende Juni.

13.06.2018

Die umstrittene Gründung eines Instituts für Islamische Theologie an der Humboldt-Universität (HU) Berlin hat eine weitere Hürde genommen. Der Akademische Senat beschloss am Dienstag mehrheitlich, den Start des Instituts zu empfehlen. Das letzte Wort hat das HU-Kuratorium, das am 29. Juni tagt. Für das Institut, an dem vom Wintersemester 2018/19 an Imame und Religionslehrer ausgebildet werden sollen, stimmten elf Mitglieder des Senats, fünf votierten dagegen, drei enthielten sich, wie ein Universitätssprecher sagte.

Strittig ist, ob das von den Studierendenvertretern im Senat eingelegte Veto bindend ist. Die HU erklärte, das Veto greife nicht, weil es sich um eine Empfehlung handele. Liberale Musliminnen und Muslime, aber auch HU-Studierende kritisieren die Zusammensetzung des Institutsbeirats. Ihm sollen nach ihrer Darstellung ausschließlich drei konservativ ausgerichtete Islamverbände angehören.

Die Studierendenfraktion im Senat will jetzt eine Klage prüfen lassen, sagte ihre Sprecherin Bafta Sarbo. Im Beirat, der über wichtige inhaltliche Fragen der Ausbildung entscheiden soll, sollten auch andere Vertreter der muslimischen Gemeinschaft angehören, etwa aus Nordafrika oder Bosnien.

Im Beirat sollen die Islamischen Gemeinschaft der schiitischen Gemeinden, der Zentralrat der Muslime und die Islamische Föderation in Berlin sitzen. Das Gremium, dem auch zwei Wissenschaftler angehören sollen, soll ein Vetorecht aus religiösen Gründen bei der Besetzung von Professuren haben. Entschieden werden soll mit Zweidrittelmehrheit. Die HU betonte, die Aufnahme weiterer Verbände sei nach den Regeln der Kooperationsvereinbarung möglich.

dpa