UNESCO-Trendstudie
Hochschulfinanzierung weltweit unter Druck
Technologische Umbrüche, demografische Übergänge, geopolitische Neuordnungen und die anhaltenden Auswirkungen der Covid-19-Pandemie haben die Landschaft der tertiären Bildung grundlegend verändert. Zu diesem Schluss kommt die Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO) in ihrem Bericht zu globalen Trends im Hochschulwesen, den sie Mitte Mai veröffentlicht hat. Die Entstehung neuer regionaler Mobilitätszentren, innovative Finanzierungsmodelle und die zunehmende Anerkennung ausländischer Qualifikationen deuten indes "auf eine stärker vernetzte und inklusivere Zukunft" hin.
Dieser erste UNESCO-Bericht über globale Trends im Hochschulwesen stützt sich auf Daten des Higher Education Policy Observatory (HEPO) aus 146 Ländern und eine umfassende Auswertung relevanter Fachliteratur. Er entwirft ein "aktuelles und evidenzbasiertes Bild eines Sektors, der sich an einem Scheideweg befindet", erläutert das Autorenteam.
Das Dokument berücksichtigt in seiner Analyse Bereiche wie Partizipation, Chancengleichheit, Governance und Qualitätssicherung, Finanzierung, Lehrpersonal, studentische Mobilität und die internationale Anerkennung von Qualifikationen. Es solle dazu dienen, die politisch Verantwortlichen zu informieren, den Dialog zu fördern sowie inklusivere, gerechtere, widerstandsfähigere und zukunftsfähigere Hochschulsysteme zu unterstützen.
Akademisches Lehrpersonal: wachsender Druck, viel Unsicherheit
Der Bericht beschreibt weltweit wachsenden Druck auf Hochschulpersonal. Das Autorenteam nennt als Gründe unter anderem Beschäftigungsunsicherheit, Arbeitsverdichtung, Anforderungen durch Digitalisierung, KI und anderer Anpassungsdruck sowie Versuche politischer Einflussnahme.
Beschäftigungsunsicherheit
Von niedrigen Gehältern bis hin zu prekären Verträgen und Arbeitsbedingungen bleibe Beschäftigungsunsicherheit eine wesentliche Ursache für die Unzufriedenheit am Arbeitsplatz unter dem Lehrpersonal an Hochschulen. Weniger als 15 Prozent der Länder priorisierten das Wohlergehen der Lehrkräfte als spezifisches Ziel. Gut zwei Drittel der nationalen Hochschulpläne sähen die Weiterentwicklung der Lehrkompetenzen des Lehrkörpers vor.
Gleichstellung
Die Vielfalt innerhalb des Lehrkörpers bleibt nach Ansicht des Autorenteams unzureichend. "Minderheitengruppen, indigene Völker, Menschen mit Behinderungen und Geflüchtete sind in akademischen Positionen unterrepräsentiert", resümieren sie. Frauen stellten weltweit zwar 44 Prozent des Lehrpersonals an Hochschulen, bekleideten jedoch nur etwa ein Viertel der Führungspositionen. In den Fächern Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) stellten Frauen lediglich ein Drittel der Forschenden insgesamt. Dies korreliere mit dem Anteil von MINT-Absolventinnen (35 Prozent).
Künstliche Intelligenz (KI)
Eine aktuelle Umfrage zeige, dass mehr als 60 Prozent des Lehrkörpers an Hochschulen weltweit KI in ihrer beruflichen Praxis nutzten. 80 Prozent des Lehrpersonals sei jedoch der Ansicht, dass es ihrer Institution an angemessenen Leitlinien für den Umgang damit mangele.
Anerkennung von Qualifikationen
Drei Viertel der 146 in die Studie einbezogenen Länder haben demnach politische Maßnahmen zur Anerkennung ausländischer Qualifikationen verabschiedet. Dies ebne den Weg für die grenzüberschreitende Mobilität von Studierenden, Absolventinnen und Absolventen, Lehrenden und anderen hochqualifizierten Fachkräften sowie für die Hochschulzusammenarbeit im Allgemeinen.
Stand März 2026 haben 93 Länder eine oder mehrere UNESCO-Konventionen zur Anerkennung von Qualifikationen im Hochschulbereich ratifiziert. Bei zwei Dritteln davon handle es sich um europäische Nationen. Insbesondere in Süd- und Westasien gäbe es Bedarf an verstärkter Öffentlichkeitsarbeit, Kapazitätsaufbau und Kooperation, um eine Ratifizierung von UNESCO-Anerkennungskonventionen zu bewirken.
Effektive Anerkennungssysteme sollten nach Ansicht des Autorenteams inklusiv, gut koordiniert und fest in nationale Rahmenwerke eingebettet sein. So ermöglichten sie es auch geflüchteten Personen, sich ein neues Leben aufzubauen, einen Beitrag zu den Aufnahmegesellschaften zu leisten sowie Zugang zu nachhaltigen Bildungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten zu erhalten.
Institutioneller Bereich: Geldnot, Transformation
Viele Institutionen sähen sich zunehmendem finanziellen Druck, wachsenden Bedrohungen der akademischen Freiheit sowie der Herausforderung gegenüber, sich an die digitale Transformation und die Künstliche Intelligenz (KI) anzupassen.
Hochschulautonomie und staatliche Kontrolle
Etwa 88 Prozent der Länder stellten das Hochschulwesen unter direkte staatliche Kontrolle. Bei 50 Prozent würde es auf ministerieller Ebene oder einer gleichwertigen Stufe verwaltet. Auf private Hochschulen entfalle ein Drittel aller weltweiten Einschreibungen – ein Anteil, der in den letzten Jahren stabil geblieben sei.
Gut zwei Drittel der Länder weltweit erkennen laut Bericht die institutionelle Autonomie der Hochschulen gesetzlich an, wobei diese rechtliche Anerkennung "nicht immer auch Eingang in die Praxis" finde. 88 Prozent der Länder schreiben demnach die Einrichtung einer oder mehrerer nationaler Qualitätssicherungsagenturen gesetzlich vor. Bei einer großen Anzahl von Hochschulen oder einem hohen Anteil an Einschreibungen im privaten Sektor gäbe es tendenziell mehrere solcher Agenturen.
Finanzierung der Hochschulbildung
Die staatlichen Ausgaben für die Hochschulbildung hätten sich im Jahr 2022 im Durchschnitt auf 0,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) belaufen. Die Spanne reiche dabei von 1,11 Prozent in Westeuropa und Nordamerika bis zu 0,44 Prozent in Zentralasien. Ein Drittel aller Länder schreibe gesetzlich eine gebührenfreie öffentliche Hochschulbildung vor – vor allem in Europa sowie in Lateinamerika, wobei die Definition von "gebührenfrei" stark variiere.
Die staatlichen Ausgaben pro studierende Person seien in den meisten Ländern nach wie vor höher als die der privaten Haushalte. Die Regierungen verlagerten jedoch zunehmend einen Teil der Kostenlast, indem sie Studiengebühren einführten oder erhöhten und private Bildungseinrichtungen förderten. Hohe Studiengebühren und begrenzte finanzielle Unterstützung hätten in Ländern wie den Vereinigten Staaten (USA) und Japan zu einer hohen Schuldenlast und Bedenken hinsichtlich der finanziellen Erschwinglichkeit eines Studiums geführt.
Digitalisierung
Die Digitalisierung nehme in den Hochschulplänen der Länder einen prominenten Platz ein. Fast 77 Prozent dieser Pläne beinhalten demnach den Umfang, digitale Bildungsangebote, KI sowie Online- und Fernunterricht. Stand 2024 hätten 56 Länder nationale KI-Strategien verabschiedet. Die Mehrheit dieser Strategien unterstrichen die entscheidende Rolle der Hochschulbildung für die KI-Ausbildung sowie für die Förderung von Forschung und Innovation. Im Jahr 2025 hatten 19 Prozent der Bildungseinrichtungen eine formelle KI-Richtlinie verabschiedet, während weitere 42 Prozent entsprechende Orientierungsrahmen entwickelten.
Die Vielfalt der Ansätze und Technologien bei der Entwicklung digitaler Plattformen führe dazu, dass Interoperabilitätsprobleme zunehmend in den Vordergrund rückten. Flexible Lernpfade – wie etwa Online- und Blended-Learning-Angebote – böten Chancen, den Zugang zu lebenslangem Lernen und zum Arbeitsmarkt auch für marginalisierte Gruppen zu erweitern. Ohne robuste regulatorische Rahmenbedingungen und einen gerechten Zugang zur digitalen Infrastruktur besteht laut Autorenteam jedoch die Gefahr, dass diese flexiblen Lernpfade bestehende Ungleichheiten noch verstärken.
Studieren und Promovieren: großer Zuwachs, hohe Ungleichheit
Die Zahl der Studierenden weltweit ist laut UNESCO-Bericht massiv gewachsen. Doch obwohl sich die weltweiten Einschreibungszahlen in den letzten 20 Jahren mehr als verdoppelt haben und es im Jahr 2024 fast 269 Millionen Studierende gab, bestünden weiterhin erhebliche Ungleichheiten in Bezug auf Zugang, Studienabschluss, Finanzierung und Mobilität.
Einschreibungsquote und Abschlussquote
Die globale Bruttoeinschreibungsquote liegt der Analyse zufolge bei 43 Prozent mit erheblichen regionalen Unterschieden. Während Regionen wie Europa und Nordamerika Einschreibungsquoten von rund 80 Prozent aufwiesen, liege die Quote in Subsahara-Afrika bei nur etwa neun Prozent.
Die Daten weisen darauf hin, dass Hürden während des Studiums bei einem beträchtlichen Teil der Studierenden zu einer Verzögerung des Abschlusses oder einem vorzeitigen Studienabbruch führen können. Die weltweite Bruttoabschlussquote sei moderat von 22 Prozent im Jahr 2013 auf 27 Prozent im Jahr 2023 angestiegen. Die Bruttoabschlussquote der weiblichen Bevölkerung (30 Prozent) liege höher als der Durchschnitt.
Gleichstellung
16 Prozent der Länder verfügen dem Bericht zufolge über gesetzliche Quotenregelungen. Viele nutzen alternative Instrumente, wie zum Beispiel Stipendien, Studiengebührenbefreiungen oder Mentoring-Programme, um Ungleichheiten entgegenzuwirken. 62 Prozent hätten Gesetze verabschiedet, die öffentlich finanzierte Stipendienprogramme regeln.
Frauen blieben auf der Promotionsstufe (ISCED-Stufe 8) unterrepräsentiert, obwohl die Mehrheit der Studierenden auf den ISCED-Stufen 6 (Bachelor) und 7 (Master) weiblich sei. Fast ein Drittel aller Doktorandinnen und Doktoranden sei in Nordamerika und Westeuropa ansässig. Studierende mit Behinderungen, Angehörige indigener Gemeinschaften sowie Lernende der LGBTQ+-Community blieben in den bildungspolitischen Rahmenwerken nach wie vor unterrepräsentiert.
Mobilität
Die internationale Studierendenmobilität habe deutlich zugenommen – mit rund 7,3 Millionen Studierenden, die 2023 im Ausland studierten, habe sich diese Zahl seit 2000 mehr als verdreifacht. Europa und Nordamerika beherbergten den Großteil der mobilen Studierenden (54 Prozent).
Die wichtigsten Herkunftsregionen sind demzufolge Ostasien und der Pazifikraum (26 Prozent) – insbesondere China und Indien –, gefolgt von Süd- und Westasien (21 Prozent) sowie Westeuropa und Nordamerika (14 Prozent). Viele der wichtigsten Gastländer seien über die letzten zwei Jahrzehnte hinweg unverändert geblieben: die USA, das Vereinigte Königreich, Australien, Deutschland, Kanada, die Russische Föderation und Frankreich. Neu an Beliebtheit hinzugewonnen hätten beispielsweise Argentinien, China und die Türkei.
Fast jedes fünfte Land formuliere in seinen nationalen Hochschulplänen explizite Ziele zur Steigerung der ausgehenden Mobilität (35 Prozent) beziehungsweise der eingehenden Mobilität (25 Prozent) Studierender. Frauen stellen laut Bericht fast 49 Prozent der international mobilen Studierendenpopulation.
Prioritäten für politisch Verantwortliche definiert
Die Verfügbarkeit verlässlicher und vergleichbarer Informationen sind nach Ansicht des Autorenteams grundlegend für die Stärkung der Hochschulbildung seitens der Verantwortlichen. Nachhaltige Investitionen in Hochschulmanagement-Informationssysteme, klare institutionelle Verantwortlichkeiten und stärkere Analysekapazitäten auf institutioneller und Systemebene seien für eine nachhaltige Entwicklung erforderlich. Nur so könnten Fortschritte überwacht, Ungleichheiten identifiziert und die Auswirkungen von Hochschulreformen bewertet werden.
Hochschullehrende als wertvolle Ressource behandeln
Die Fähigkeit von Hochschulsystemen, qualitativ hochwertiges Lernen zu ermöglichen, die Forschung voranzutreiben und der Gesellschaft zu dienen, ruht letztlich auf den Schultern derjenigen, die in ihnen arbeiten, befindet das Autorenteam. Zunehmende Herausforderungen, wie sich wandelnde Qualifikationsanforderungen oder die Notwendigkeit, auf eine zunehmend heterogene Studierendenschaft einzugehen, dürften weder die Arbeitsmoral noch die Attraktivität des Berufs oder die Bindung zur Hochschule belasten.
Kontinuierliche Möglichkeiten zur beruflichen Weiterentwicklung, angemessene Ressourcen und ein unterstützendes Arbeitsumfeld seien notwendig. "Die Verbesserung von Wohlbefinden, Chancengleichheit und Anerkennung im Berufsstand ist daher unerlässlich, um die institutionelle Leistungsfähigkeit und die Qualität der Lehre langfristig zu sichern", merkt das Forschungsteam an. Die Stärkung des akademischen Berufsstandes beinhalte die Sicherung von Arbeitsplätzen, die Schaffung klarerer Karrierewege, Anerkennung von Beiträgen und Möglichkeiten zur Teilhabe am institutionellen Leben, den Ausbau der Möglichkeiten zur kontinuierlichen beruflichen Weiterbildung sowie die Gewährleistung eines Arbeitsumfelds, das Wohlbefinden und Inklusion fördere.
Kohärenz im expandierenden System schaffen
In den letzten Jahrzehnten hätten sich die Hochschullandschaften rasant entwickelt, gekennzeichnet durch Massifizierung, institutionelle Diversifizierung, neue Lehrformen und eine wachsende Zahl öffentlicher und privater Institutionen. Es sei die Aufgabe des Staates sicherzustellen, dass die Hochschulen in transparenten und allgemein verständlichen Rahmenbedingungen agieren könnten. Es bedürfe hierzu der "Stärkung der Koordination zwischen den verschiedenen Regierungsebenen, der Verbesserung von Verbindungen zwischen Hochschulbildung und verwandten Politikbereichen" und Bedingungen, die die Zusammenarbeit zwischen Institutionen förderten ohne deren unterschiedliche Rollen und Aufgaben zu ignorieren.
Einheitliche Anerkennung der Hochschulautonomie
Rechtliche Garantien akademischer Freiheit gehen laut Bericht weltweit häufig mit administrativem, politischem und wirtschaftlichem Druck einher. Dieser könne die Fähigkeit von Institutionen und Einzelpersonen einschränken, unabhängige Entscheidungen zu treffen, Forschung zu betreiben und sich frei an der öffentlichen Debatte zu beteiligen. Die effektive Umsetzung der akademischen Freiheit erfordere klare und verlässliche rechtliche Schutzmaßnahmen, transparente Entscheidungsprozesse, Schutz vor unzulässiger politischer oder administrativer Einmischung sowie entsprechende Rechenschaftsmechanismen.
Nachhaltige Finanzierung
"In vielen Kontexten reichen die verfügbaren Mittel nicht aus, um den steigenden Studierendenzahlen, dem Infrastrukturbedarf und den Erwartungen an Qualität und Studierendenbetreuung gerecht zu werden", stellt der Bericht fest. Die Stärkung der Finanzkraft, die Verbesserung der Effizienz und Transparenz der Ausgaben sowie die effiziente Unterstützung Studierender sind nach Ansicht des Autorenteams zentrale Aspekte, damit die Hochschulbildung ihren öffentlichen Auftrag erfüllen kann. Hinzu kämen innovative Ansätze zur Ergänzung der öffentlichen Haushalte, wie beispielsweise Kostenbeteiligungsvereinbarungen, gezielte Hilfen, Partnerschaften und leistungsorientierte Mechanismen. Diese gelte es sorgfältig unter umfassender Konsultation zu konzipieren.
Digitale Transformation gerecht gestalten
Digitalisierung und der Einsatz von KI eröffneten neue Möglichkeiten für Lehre und Lernen, flexible Angebote, Innovationen und eine erweiterte Teilhabe. Es gelte zu verhindern, dass der ungleiche Zugang zu diesen Technologien Ungleichheiten zwischen den Lernenden, Bildungseinrichtungen und Ländern noch verschärft. Ohne ein konsequentes Engagement für Inklusion, Fairness, ethische Grundsätze und einen menschenzentrierten Ansatz könne die digitale Transformation Asymmetrien vertiefen, anstatt sie zu überwinden. Es brauche daher nachhaltige Investitionen in Zugang und Kapazität, gestärkter digitaler Kompetenz und Governance-Rahmenwerken, die ethische Nutzung, Transparenz und Rechenschaftspflicht gewährleisteten und gleichzeitig die Bildungsziele in den Vordergrund stellten.
Abschlusslücken schließen
Das Autorenteam resümiert, dass der Ausbau des Zugangs zur Hochschulbildung weltweit weiterhin priorisiert werden sollte. Es rückt jedoch auch den Studienfortschritt und den Studienabschluss ins Blickfeld der politisch Verantwortlichen. "Die Schließung von Abschlusslücken ist entscheidend, um sicherzustellen, dass Einzelpersonen die Vorteile der Hochschulbildung nutzen können, Studienabbrüche reduziert und die Systemeffizienz verbessert wird", erläutern sie. Die Bewältigung dieser Herausforderung erfordere Maßnahmen, die flexible Studienwege, akademische und soziale Unterstützung, die Anerkennung unterschiedlicher Lernprofile sowie Qualitätssicherung und Finanzierungsansätze für einen erfolgreichen Abschluss stärker betonten.
Inklusion effektiv umsetzen
Strukturelle Barrieren im Zusammenhang mit Einkommen, geografischer Lage, Geschlecht, Behinderung, Vertreibung und anderen Faktoren prägten weiterhin, wer Zugang zu Hochschulbildung erhält, Fortschritte erzielt und erfolgreich ist. Inklusion müsse in Governance, Finanzierung, Zulassung, Studierendenbetreuung und institutioneller Kultur verankert werden. Gleichstellungsrichtlinien müssten mit konkreten Investitionen einhergehen, um Ergebnisse zu erzielen.
Faire internationale Anerkennung von Qualifikationen
Die Gewährleistung einer fairen, transparenten und nichtdiskriminierenden Anerkennung von Hochschulabschlüssen ist unerlässlich, um Mobilität gerechter zu gestalten, heißt es im UNESCO-Bericht. Dafür seien vielfältige und koordinierte Maßnahmen erforderlich, darunter die Einführung inklusiver Finanzierungsrichtlinien, die Diversifizierung von Partnerschaften, starke und glaubwürdige Qualitätssicherungsmechanismen, die Etablierung klarer und transparenter Verfahren und die Bereitstellung flexiblerer Studienwege.
Bildungsagenda 2030
Die UNESCO ist als Sonderorganisation der Vereinten Nationen für den Bereich Bildung damit betraut, die Bildungsagenda 2030 zu leiten und zu koordinieren. Diese Agenda ist Teil einer globalen Bewegung, die darauf abzielt, die Armut bis zum Jahr 2030 durch 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals) zu beseitigen.
Der Bildung – die für das Erreichen all dieser Ziele unverzichtbar ist – ist ein eigenes, dediziertes Ziel (Ziel 4) gewidmet. Es ist darauf ausgerichtet, "inklusive, chancengerechte und hochwertige Bildung zu gewährleisten und Möglichkeiten des lebenslangen Lernens für alle zu fördern".
Der Bericht zu globalen Trends im Hochschulwesen baut auf den Grundlagen der Weltkonferenz für Hochschulbildung 2022 und ihrem Fahrplan sowie den globalen und regionalen Übereinkommen zur Anerkennung von Hochschulabschlüssen auf.
cva