Eine Gruppe Geflüchteter nach einem Aufbaukurs Mathematik an der Freien Universität in Berlin.
dpa

Studium HRK: Immatrikulationen von Flüchtlingen fast verdreifacht

Wie viele Flüchtlinge studieren derzeit an deutschen Hochschulen? Gelingt deren Integration? Die HRK hat bei ihren Mitgliedshochschulen nachgefragt.

10.04.2018

Die Zahl der Neu-Immatrikulationen von Flüchtlingen an deutschen Hochschulen hat sich im Vergleich zwischen dem laufenden und dem vorangegangenen Wintersemester auf fast 3.000 nahezu verdreifacht. Dabei handelt es sich um Einschreibungen für ein Bachelor- oder Masterstudium oder für eine Promotion. Das hat eine Befragung der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) bei ihren Mitgliedshochschulen ergeben. 

Die Antworten der Hochschulen zeigen nach Ansicht der HRK auch, dass die Zahl der Einzelberatungen weiter wächst. Damit setzt sich der Trend seit Beginn der Abfragen im Wintersemester 2015/2016 fort. "Immer mehr Flüchtlinge sind nun in der Lage, wirklich ein Studium aufzunehmen. Die gezielte, individuelle Beratung in den Hochschulen schafft die Voraussetzung, das richtige Studienangebot zu finden, die Zulassung zu bewältigen und die Rahmenbedingungen zu klären", sagte HRK-Präsident Prof. Dr. Horst Hippler.

Geflüchtete benötigen eine besondere Betreuung

Aber auch nach der Immatrikulation benötigten die Geflüchteten im Erststudium oder während der akademischen Nachqualifizierung eine besondere Betreuung. "Um den Studienerfolg zu sichern, müssen die Hochschulen eine spezielle fachliche Begleitung sicherstellen", so Hippler. Auch die Finanzierung der Lebenshaltungskosten stelle Flüchtlinge vor große Herausforderungen, bei denen sie Beratung brauchten. Ein Drittel der Hochschulen bieten nach HRK-Informationen auch zusätzliche Angebote für weibliche Geflüchtete an. Der Frauenanteil bei den Immatrikulierten entspreche mit 20 bis 25 Prozent ungefähr dem Anteil von Frauen an der Gesamtzahl von Geflüchteten, die nach Alter und Qualifizierung als studierfähig gelten.

Deutlich weniger nachgefragt sind nach Erkenntnissen der HRK inzwischen Angebote wie Schnupperstudien oder Gasthörerschaft. Die Teilnahme an solchen Angeboten, die nicht direkt der Vorbereitung auf ein Studium dienen, habe sich nahezu halbiert.

Bei der HRK-Umfrage handele es sich um eine Befragung, keine statistische Erhebung, da der Flüchtlingsstatus an den Hochschulen nicht automatisch erhoben werde. Statistisch werden laut HRK nur die Art der Hochschulzugangsqualifikation (aus- oder inländisch) und die Staatsangehörigkeit erfasst.

gri