Das Foto zeigt Studierende in einem Hörsaal an der Universität Leipzig.
dpa

Hochschullehre
KMK will Hochschulen trotz Energiekrise offen halten

Hochschulen sollen nach Ansicht der Kultusminister als "geschütze Kunden" bevorzugt mit Energie versorgt werden. Schließungen könnten trotzdem kommen.

02.09.2022

Die Präsenzlehre an Hochschulen soll auch in Zeiten der Energiekrise weitergeführt werden. Hochschulen und Schulen sollen als Bildungseinrichtungen im Falle von Energieknappheit im kommenden Winter besonders geschützt und versorgt werden. Das geht aus einem Beschluss der Kultusministerkonferenz (KMK) vom Donnerstag hervor.

"Unser oberstes Ziel ist, dass Schulen und Hochschulen auch in einer sich zuspitzenden Energiekrise geöffnet bleiben und ihren Betrieb fortsetzen können", sagte die KMK-Präsidentin Karin Prien. Schließungen seien "nicht verhandelbar". Zusammen mit der Bundesnetzagentur hob die KMK die besondere gesellschaftliche Bedeutung von Bildung hervor. Präsenzunterricht und Präsenzlehre hätten oberste Priorität.

Ob die Hochschulen dem KMK-Beschluss folgen werden, bleibt fraglich. Von Hochschulen und Ländern gebe es durchaus Signale, aufgrund der Energiekrise im Winter zumindest teilweise in die Distanzlehre zu wechseln, berichtete der "Spiegel" am Donnerstag unter Berufung auf eine Umfrage der Zeitung. Eine vorübergehende Schließung um die Weihnachtszeit werde in den meisten Ländern nicht ausgeschlossen. Die Umstellung auf Online-Lehre betrachteten die Hochschulen aber als "Ultima Ratio".

Kein absoluter Schutz für Hochschulen

Die Bundesnetzagentur erklärte gegenüber dem "Spiegel", dass der Sonderstatus der Hochschulen als "geschützte Kunden" keine Garantie für eine durchgängige Versorgung darstelle. Im Falle eines akuten Gasmangels würde nur noch der "lebenswichtige Bedarf" gedeckt.

Unabhängig davon prüften die Hochschulen laut Umfrage und KMK generell, an welchen Stellen sie Energie einsparen könnten. Die Sparziele seien teils ehrgeizig von den Bundesländern vorgegeben. Bereits im Juli berichtete die Hochschulrektorenkonferenz von umfassenden Sparbemühungen der Hochschulen.

Welche Unterstützungsmaßnahmen angesichts steigender Energie- und Lebenshaltungskosten gezielt für Studierende getroffen werden können, will die KMK mit dem Bundesbildungsministerium besprechen.

ckr

0 Kommentare