Rheinland-Pfalz Männer mit schlechteren Abschlussnoten als Frauen

In Rheinland-Pfalz verstetigt die Bologna-Reform geschlechterspezifische Unterschiede des Schulsystems. Das zeigt eine aktuelle Hochschulstatistik.

07.08.2018

Die Bemühungen, mehr Frauen für technisch-naturwissenschaftliche Berufe zu gewinnen, haben bislang kaum Erfolg: Die Absolventen der Ingenieurwissenschaften an den rheinland-pfälzischen Hochschulen waren im vergangenen Jahr zu 75 Prozent Männer, wie das Statistische Landesamt am Dienstag mitteilte. Umgekehrt stellten Frauen 74 Prozent der Abschlüsse in den Geisteswissenschaften.

Bei der Auswertung der Prüfungsstatistik 2017 für Bachelor- und Masterstudiengänge fällt auf, dass sich die durchschnittliche Abschlussnote der Absolventen seit 2007 von 2,1 auf 2,3 Prozent verschlechtert hat. Im Jahr 2007 lagen Männer noch beinahe auf dem Notenniveau der Frauen; 2017 sank ihr Schnitt jedoch um zwölf Prozent, während die Absolventinnen weiterhin im Mittel die Note 2,1 hielten. Als mögliche Ursache weist das Landesamt darauf hin, dass in dem stärker verschulten Hochschulsystem aufgrund der Bologna-Reform "geschlechterspezifische Unterschiede, die bereits im allgemeinbildenden Schulsystem vorliegen, verstetigt werden".

Promotionen nicht mitgezählt haben im vergangenen Jahr rund 22.400 Menschen ihr Hochschulstudium erfolgreich abgeschlossen. Das bedeutet einen leichten Anstieg um 0,4 Prozent gegenüber 2016. Nach Fächergruppen gab es die meisten Abschlüsse in den Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften (10.400). Danach folgen Ingenieurwissenschaften (4.200) und Geisteswissenschaften (3.300).

dpa/gri