Ärztemangel
Medizin-Studienplätze in Oldenburg werden verdoppelt

Die Chance auf einen Studienplatz an der medizinischen Fakultät in Oldenburg steigt. Damit will die Stadt gegen den Ärztemangel auf dem Land angehen.

16.12.2018

Die Zahl der Studienanfängerplätze der European Medical School (EMS) in Oldenburg werden zum Wintersemester 2019/2020 von 40 auf 80 verdoppelt. Wissenschaftsminister Björn Thümler sprach bei der Bekanntgabe der neuen Studienplätze am Freitag von einem Meilenstein und meinte: "Damit werden die Weichen für eine Verbesserung der Gesundheitsversorgung gestellt – vor allem in ländlichen Regionen." Vorausgegangen war die Verabschiedung eines entsprechenden Gesetzes durch den Landtag, das den Weg frei machte für die Einrichtung der neuen Studienplätze. Universitätspräsident Hans Michael Piper sprach von einer Anerkennung für sein Haus.

Die rot-schwarze Landesregierung hat in ihrem Koalitionsvertrag vereinbart, die Anzahl der Medizinstudienplätze um bis zu 200 zusätzliche Plätze zu erhöhen. Laut dem Wissenschaftsministerium studierten im Wintersemester 2017/2018 an niedersächsischen Hochschulen 4.623 junge Frauen und Männer Medizin. Die Landesregierung will die EMS künftig weiterentwickeln und Schritt für Schritt 140 zusätzliche Studienanfängerplätze schaffen. Für die Studienplätze an der EMS sollen dann insgesamt 50 Millionen Euro jährlich bereitgestellt werden, so das Ministerium.

Seit Gründung ihrer Medizinischen Fakultät im Jahr 2012 hatte die Universität Oldenburg in jedem Wintersemester 40 Medizinstudierende aufnehmen dürfen. Die Gesamtzahl liegt aktuell bei knapp 280 Studenten. "Unser primäres Ziel ist es, im Nordwesten Niedersachsens hochqualifizierte medizinische Versorgung vorzuhalten und in der Fläche abzusichern", betonte Professor Hans Gerd Nothwang, der Dekan der medizinischen Fakultät. Die EMS gilt in ihrer Form als deutschland- und europaweit einmaliges, grenzüberschreitendes Vorzeigeprojekt. Sie legt einen Akzent auf praxisnahe Ausbildung.

dpa