Studierende bei einer Demonstration mit Plakat mit der Aufschrift "On veut juste etudier".
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Frankreich
Studierende gehen für Präsenzlehre auf die Straße

Studierende in Frankreich prangern die Lehrbedingungen unter Corona an. Sie demonstrieren für eine Gleichbehandlung von Schulen und Hochschulen.

21.01.2021

In Frankreich haben am Mittwoch zahlreiche Studierende gegen coronabedingte Einschränkungen an Universitäten protestiert. Kundgebungen gab es in Städten wie Straßburg und Paris. Die Studentinnen und Studenten fordern unter anderem die Wiederaufnahme des Präsenzunterrichts. Viele fühlen sich ungerecht behandelt, weil es – anders als an Schulen – an Frankreichs Universitäten aktuell größtenteils keinen Präsenzunterricht gibt. Geklagt wird auch über psychische und finanzielle Probleme – vor allem, weil viele Studentenjobs derzeit wegfallen.

Premierminister Jean Castex hatte in der vergangenen Woche angekündigt, dass Präsenzunterricht etwa in Tutorien für Studienanfänger Ende Januar mit Einschränkungen wieder aufgenommen werden könne. Sollte es die Corona-Lage zulassen, werde das ausgeweitet.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron sagte Studierenden am Donnerstag bei einem Besuch der Universität Paris-Saclay die Möglichkeit zu, an einem Tag in der Woche zum Präsenzunterricht an der Universität zurückzukehren, sofern sie dies möchten. Außerdem versprach er leichteren Zugang zu psychologischer Unterstützung für Studierende und Zugang zu zwei Mahlzeiten pro Tag zum Preis von jeweils einem Euro.

Macron machte bei seinem Besuch allerdings wenig Hoffnung auf baldige Normalität. "Ich kann ihnen nicht mit Sicherheit sagen, wie sich die Epidemie in fünfzehn Tagen entwickeln wird", sagte Macron. "Wir werden ein zweites Semester mit dem Virus und vielen Einschränkungen haben." Damit werde man mindestens bis zum Sommer leben müssen.

aktualisiert am 21.01.2021 um 16:05 Uhr, zuerst veröffentlicht um 12.07 Uhr

dpa/ckr

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