Berliner Institut
Verbände stimmen Professuren für Islamische Theologie zu

Fast alle Kandidaten für die Professuren am neuen Institut für Islamische Theologie in Berlin stehen fest. Jetzt starten die Berufungsverhandlungen.

09.09.2019

Das Institut für Islamische Theologie der Berliner Humboldt-Universität nimmt weiter Gestalt an. Der Instituts-Beirat, dem Vertreter von Islamverbänden angehören, habe die Liste der Anwärter für die Besetzung von fünf der sechs Professuren bestätigt, teilte die Universität am Montag mit. Über die Senatsverwaltung für Wissenschaft soll nun der Ruf erfolgen.

Der Beirat kann bei der Besetzung seine Zustimmung aus religiösen Gründen verweigern. An dem Institut sollen ab dem Wintersemester Imame und Religionslehrer ausgebildet werden. Bis Ende August lagen 350 Bewerbungen vor.

Bestätigt wurde nun die Besetzung der Stellen für islamische Religionspädagogik und praktische Theologie, islamisches Recht, islamische Philosophie und Glaubensgrundlagen, islamische Ideengeschichte der postklassischen Periode (1200–1800) und Vergleichende Theologie. Das Verfahren zur Professur für islamische Textwissenschaften (Koran und Hadith) sei noch nicht abgeschlossen.

Bereits bekannt ist die Personalie des Islamwissenschaftlers Dr. Mohammad Gharaibeh. Ab Oktober wird er islamische Ideengeschichte lehren – zunächst als Gastprofessor, bis sein Berufungsverfahren abgeschlosen ist.

Um den Beirat hatte es Streit gegeben. Kritiker, darunter Seyran Ates, Menschenrechstanwältin und Gründerin der Ibn-Rushd-Goethe-Moschee, hatten der Universität vorgeworfen, keine Vertreter des liberalen Islam in das Gremium berufen zu haben.

Dem Beirat gehören jeweils ein Vertreter der Islamischen Föderation in Berlin, der Islamischen Gemeinschaft der schiitischen Gemeinden Deutschlands sowie des Zentralrats der Muslime in Deutschland an. Dazu kommen zwei Wissenschaftler islamischen Glaubens sowie – mit beratender Stimme – zwei Vertreter der Humboldt-Universität: Vizepräsidentin Professorin Inés Obergfell und der evangelische Theologe und frühere EKD-Ratsvorsitzende Wolfgang Huber.

dpa/kas