Zwei Mädchen im Gespräch
mauritius images/Caia Image/Richard Johnson

Minderheitensprachen
Wer spricht schon Nordfriesisch?

In Deutschland drohen einzelne Regionalsprachen auszusterben. Der Europarat plädiert erneut für einen stärkeren Einsatz – auch in der Bildung.

03.02.2019

Deutschland muss nach Ansicht eines Expertenkomitees des Europarats mehr für den Schutz von Regional- und Minderheitensprachen tun. In einem aktuellen Bericht zeigt sich das Gremium besorgt über die wachsenden Schwierigkeiten in vielen Bundesländern, Lehrkräfte für die Minderheitensprachen zu finden.

Verbessert werden müsse die Lehre der Sprachen Niedersorbisch, Nordfriesisch, Saterfriesisch, Niederdeutsch und Romani. Konkret schlägt das Komitee etwa gezielte Ausbildungsprogramme für Lehrerinnen und Lehrer der Sprachen vor. Auch sollten die Sprachen stärker als bislang in öffentlichen Schreiben eingesetzt werden.

Behörden sollten einen "proaktiven und offenen Umgang" mit Minderheitensprachen haben, "der zeigt, dass sie auf die Verwendung der Regional- oder Minderheitensprachen vorbereitet sind", heißt es im Bericht.

Der Europarat schickt regelmäßig Beobachter in seine 47 Mitgliedstaaten, die dort den Schutz der Minderheiten- und Regionalsprachen begutachten sollen. Sie veröffentlichen im Anschluss an ihre Besuche in den Ländern Berichte und Empfehlungen.

dpa/kas