Ein Dozent leitet ein Seminar in einem modernen Hörsaal und präsentiert die Anatomie des menschlichen Herzens auf einem großen Bildschirm vor Studierenden.
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Studienangebot
Zugangsschranken nehmen ab

Die Anzahl der Studienangebote, die ungeachtet des Abiturschnitts offenstehen, steigt. Währenddessen verliert der Numerus Clausus (NC) an Bedeutung.

23.06.2026

Nur noch 31,6 Prozent aller Studienangebote haben im kommenden Wintersemester eine Zugangsbeschränkung wie etwa einen Numerus Clausus oder ein Eignungsfeststellungsverfahren. Im Bachelor sind es noch weniger. Das geht aus der diesjährigen Analyse des CHE Centrum für Hochschulentwicklung hervor. Mehr als zwei Drittel der Studienangebote an deutschen Hochschulen stehen Studieninteressierten laut CHE unabhängig von ihrer Abiturnote offen. Im Ergebnis stiegen die Chancen, den präferierten Studiengang an der jeweiligen Wunschhochschule studieren zu können.

Die bundesweite Quote an Zulassungsbeschränkungen ist im Vergleich zum Vorjahr von 32,5 Prozent um 0,9 Prozentpunkte gesunken. Vor zehn Jahren habe der Anteil noch bei 47,6 Prozent gelegen. Bei den Bachelorstudiengängen liege die Quote an zulassungsbeschränkten Studiengängen aktuell sogar nur noch bei 28,7 Prozent.

NC weniger wichtig

"Der sogenannte Numerus Clausus verliert für Studieninteressierte in Deutschland zunehmend an Bedeutung. Die Chancen seinen Wunschstudiengang an der jeweiligen Wunschhochschule zu studieren, waren wohl noch nie so gut wie aktuell", kommentiert Cort-Denis Hachmeister, Experte für das Thema Hochschulzugang beim CHE. Der NC beruht auf einer jeweils festgelegten Höchstzahl an aufzunehmenden Studierenden. Auch bei Fächern wie Medizin und Pharmazie, die bundesweit zugangsbeschränkt sind, verbessert sich das Verhältnis von Bewerberinnen und Bewerbern zu Studienplätzen. Zum Wintersemester kommen laut CHE etwa drei Interessierte auf einen Medizinstudienplatz an einer staatlichen Universität.

Welche Bundesländer haben die meisten Studiengänge mit Zulassungsbeschränkungen?

Die Anteile der zulassungsbeschränkten Studiengänge unterscheiden sich der Auswertung zufolge von Bundesland zu Bundesland: Über den höchsten Anteil verfügen im Wintersemester 2026/2027 die Berliner Hochschulen mit 53,5 Prozent. Auf den Plätzen zwei und drei folgen Baden-Württemberg (46,2 Prozent) und das Saarland (44,1 Prozent). Am anderen Ende des Rankings finden sich Rheinland-Pfalz, Brandenburg und Thüringen: In diesen Bundesländern liegt der Anteil unter 20 Prozent bei 17,3 Prozent, 17,2 Prozent und 16,8 Prozent.

Kaum Unterschied bei den Quoten von Universitäten und HAWs

Die Quote schwankt zudem je nach Fach: Während in den Rechts-, Wirtschafts-, Gesellschafts- und Sozialwissenschaften bundesweit 36,2 Prozent der Studiengänge zugangsbeschränkt sind, stehen in den Ingenieurwissenschaften mehr als 75 Prozent der Angebote offen. Der Hochschultyp macht laut CHE kaum einen Unterschied. Mit 28,5 Prozent und 28,8 Prozent lagen die Quoten zulassungsbeschränkter Studiengänge an Universitäten und Hochschulen für Angewandte Wissenschaft (HAW) nahezu gleich auf.

Grundlage der seit 2024 jährlich veröffentlichten CHE-Auswertung sind die Daten des Hochschulkompasses der Hochschulrektorenkonferenz für rund 22.700 Studienangebote im Wintersemester 2026/27 (Stand Mai 2026) sowie entsprechende Vergleichsdaten der vergangenen Jahre.

cpy