Portraitfoto von Joybrato Mukherjee
picture alliance/dpa | Soeren Stache
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DAAD
Austauschdienst bangt um Hochschul-Kooperationen

Die Kürzungen der Bundesmittel des BMZ könnten das Ende für viele Kooperationsnetzwerke bedeuten. DAAD-Präsident Mukherjee warnt vor den Folgen.

20.05.2026

Bis 2031 könnten bis auf eine Ausnahme alle Programme zu Hochschulkooperationen des Deutschen Akademischen Austauschdiensts (DAAD) eingestellt werden. Wie der DAAD am 20. Mai meldete, sei dies auf die geplanten Haushaltskürzungen des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) zurückzuführen. Der Austauschdienst befürchtet nach eigenen Angaben erhebliche Folgen für Hochschulpartnerschaften mit Ländern in Afrika, Asien, Lateinamerika und dem Nahen Osten. Es könnte schon in diesem Jahr dazu kommen, dass stark nachgefragt Projekte, wie die SDG-Partnerschaften (Sustainable Development Goals), nicht mehr ausgeschrieben werden. Durch SDG-Partnerschaften sollten die 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen in Lehre, Forschung und Transfer verankert werden.

DAAD-Präsident Professor Joybrato Mukherjee zeigt sich laut Meldung besorgt. Die Kürzungen bedrohten eine wichtige Säule der deutschen Außenwissenschaftspolitik und Entwicklungszusammenarbeit, betonte er und warnte: "Wer diese Hochschulkooperationen abbaut, spart zwar kurzfristig Geld, schwächt zugleich aber Deutschlands internationale Handlungsfähigkeit in Wissenschaft, Wirtschaft und bei der Fachkräftegewinnung. Die entstehenden Lücken weltweit werden andere Staaten wie China, möglicherweise auch Russland füllen – mit erheblichen Folgen für den Einfluss Deutschlands in den Ländern des Globalen Südens."

Mukherjee: "Deutschland braucht Wissenschaftsnetzwerke"

Mit den Mitteln des BMZ werden laut Mitteilung bislang Projekte gefördert, die deutsche Hochschulen in Kooperation mit Partnereinrichtungen in Ländern des Globalen Südens durchführen. Dabei gehe es um Themen wie Energieversorgung, Wassermanagement, Gesundheit, Digitalisierung und Unternehmertum. Gefördert würden zudem praxisnahe Studiengänge, gemeinsame Forschung und die Ausbildung von Fachkräften. In Deutschland wären vom Ende der Programme demnach etwa 60 Hochschulen betroffen. Weltweit umfassten die in den vergangenen fünf Jahren geförderten Programme rund 120.000 Personen in etwa 450 Partnerinstitutionen verteilt auf etwa 60 Länder.

Mukherjee gab im Rahmen der Presseerklärung zu bedenken, dass sich viele globale Herausforderungen nur in Zusammenarbeit mit Partnerorganisationen im Globalen Süden bewältigen ließen. Dafür würden Hochschulkooperationen langfristige und internationale Netzwerke zwischen Hochschulen, Wissenschaft, Wirtschaft und Politik schaffen. "Wer den Zugang zu diesen wissenschaftlichen Netzwerken verliert, verliert auch wichtige Zugänge zu Innovationen, internationalen Partnern und Zukunftsmärkten", betonte der DAAD-Präsident. Deutschland brauche in geopolitisch aufgeladenen Zeiten und unter hohem systemischem Konkurrenzdruck stabile internationale Wissenschaftsnetzwerke.

hae