Portraitfoto von Professor Michael Backes
picture alliance / BeckerBredel | BeckerBredel
Beliebt

Nach Sonderprüfung
CISPA und Backes einvernehmlich getrennt

CISPA-Gründungsdirektor Michael Backes verlässt das Forschungszentrum. Auch im Aufsichtsrat des Zentrums gibt es Veränderungen.

28.09.2026

Nach der Bekanntgabe der ersten Ergebnisse einer Sonderprüfung beim renommierten Forschungszentrum für IT-Sicherheit CISPA in Saarbrücken im Rahmen der Sitzung des Forschungsausschusses am 23. September verlässt der wissenschaftliche Geschäftsführer Professor Michael Backes das Zentrum. Backes und das CISPA hätten sich einvernehmlich getrennt, teilten der Bund und das Saarland als Gesellschafter des CISPA Helmholtz-Zentrum für Informationssicherheit am nächsten Tag mit.

"Beide Seiten haben unterschiedliche Vorstellungen darüber, wie die Zukunft des international aufgestellten Forschungszentrums gestaltet werden soll", hieß es in einer Mitteilung. Die Gesellschafter dankten dem Gründungsdirektor für den erfolgreichen Aufbau des CISPA "als weltweit angesehene und herausragende Helmholtz-Forschungseinrichtung".

Das Zentrum hat nach Einschätzung externer, mit der Prüfung beauftragter Fachleute Daten und Geschäftsgeheimnisse unzureichend geschützt und "mit risikobehafteten Personen und Institutionen aus der Volksrepublik China kooperiert und publiziert". Die Prüfung war nach Berichten über mögliche Sicherheitsmängel bei der Zusammenarbeit mit China im Juni veranlasst worden. Der Abschlussbericht enthält das Fazit, dass der Abfluss sicherheitsrelevanter Erkenntnisse weder bestätigt noch ausgeschlossen werden könne. Die bei CISPA vorhandene Datenlage lasse keine gesicherten Aussagen dazu zu. Backes war bis zum Abschluss der Untersuchung freigestellt worden.

Personelle Veränderungen im CISPA-Aufsichtsrat

Auch im Aufsichtsrat des CISPA hat es Veränderungen gegeben, wie der Wissenschaftsjournalist Jan-Martin Wiarda am 25. September berichtete: Der frühere Bosch-Manager Siegfried Dais räume seinen Posten im Aufsichtsrat mit sofortiger Wirkung, wie er den Gesellschaftern schriftlich mitgeteilt habe. Dais distanziere sich mit dem Rücktritt vom "fragwürdigen und wahrscheinlich nicht rechtstaatlichen Vorgehen" der Gesellschafter des CISPA. Dieses sei darauf ausgerichtet gewesen, "einen international anerkennten Wissenschaftler und äußerst erfolgreichen Geschäftsführer von CISPA zu entsorgen". Auch die Saarbrücker Zeitung berichtete inzwischen über Dais-Rücktritt. Von den CISPA-Gesellschaftern gibt es weiterhin keine offizielle Reaktion.

Der bisherige CISPA-Aufsichtsratsvorsitzende Karl-Eugen Huthmacher ist ebenfalls nicht länger im Amt, wie verschiedene Medien übereinstimmend berichten. Huthmacher, der zwischen 2024 und 2025 Staatssekretär sowie von 2010 bis 2018 Abteilungsleiter im Bundesforschungsministerium war, wird bereits nicht mehr auf der CISPA-Website gelistet. Dazu sagte Forschungsministerin Dorothee Bär am 23. September im Forschungsausschuss, dass ihr Ministerium die Vertretung im Aufsichtsrat in Zukunft wieder selbst wahrnehmen werde. 

aktualisiert am 28.09.2026 [Ergänzung der Abschnitte nach "Personelle Veränderungen im CISPA-Aufsichtsrat"], zuerst veröffentlicht am 24.09.2026 

dpa/cpy