1.000-Köpfe-plus
DFG weitet Global Minds auf Forschungsverbünde aus
Zusätzlich zu den bereits bewilligten Einzelförderungen im Rahmen des 1.000-Köpfe-plus-Programms hat die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) erstmals Professuren und Mercator Fellows in Sonderforschungsbereichen, Transregios und Exzellenzclustern ausgeschrieben. Mit dieser Initiative sollen auch große Forschungsverbünde hoch qualifizierte Forschende, die derzeit im Ausland tätig sind und eine neue wissenschaftliche Perspektive suchen, für das deutsche Wissenschaftssystem gewinnen können. Das geht aus einer Mitteilung der DFG vom 30. Oktober hervor.
Die Maßnahme ist ein weiterer Baustein des vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) getragenen Programms, das international unter dem Namen Global Minds firmiert. Bundesforschungsministerin Dorothee Bär betonte anlässlich der neuen Fördermöglichkeiten: "Die großen Verbünde der DFG bieten exzellente Forschungsumgebungen für internationale Spitzenkräfte. So stärken wir Hochschulen und Forschungseinrichtungen und das deutsche Wissenschaftssystem insgesamt."
"Die großen Verbünde der DFG bieten exzellente Forschungsumgebungen für internationale Spitzenkräfte."
Dorothee Bär, Bundesforschungsministerin
Laut DFG-Präsidentin Professorin Katja Becker ist das 1.000-Köpfe-plus-Programm ein starkes Signal gegen die zunehmenden geopolitischen Spannungen und Bedrohungen der Wissenschaftsfreiheit weltweit und eine große Chance für den Wissenschaftsstandort Deutschland. "Die DFG hat deshalb bereits zu einem sehr frühen Zeitpunkt ihre Beteiligung daran beschlossen. Dabei haben wir zunächst ganz bewusst unsere bewährten Programme der Einzelförderung geöffnet. Nun öffnen wir in einem zweiten Schritt auch unsere international hoch angesehenen Koordinierten Programme, die dadurch ihrerseits weiter gestärkt werden", führte Becker aus.
Die Förderdauer beträgt maximal fünf Jahre. Neben den Personalmitteln können der Ausschreibung zufolge auch Sach- und Investitionsmittel beantragt werden. In beiden Modulen werde der antragstellenden Universität zusätzlich zu den direkten Projektmitteln im Bewilligungsfall eine Pauschale in Höhe von 22 Prozent der bewilligten Projektmittel gewährt, die ausschließlich zur Deckung der mit der Projektdurchführung verbundenen indirekten Kosten dient. Die Ausschreibung läuft bis März 2026.
"Enormes Informationsinteresse" an Global-Minds im Ausland
Mit der neuen Ausschreibung Global Minds in DFG-Verbünden sollen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gewonnen werden, die zum Zeitpunkt der Antragstellung seit mindestens drei Jahren im Ausland tätig sind. Mit dem Modul Professur sollen die geförderten Exzellenzcluster sowie die DFG-geförderten Sonderforschungsbereiche und Transregios Forschende aus dem Ausland nach Deutschland berufen können. Das Modul Mercator Fellow Global ermöglicht es laut DFG, Interessierte als Fellows längerfristig und intensiv – auch ohne permanenten Wechsel – in die Arbeit der Verbünde zu integrieren.
"Die Zahl unserer Beratungsgespräche übersteigt die der Vorjahre um ein Vielfaches."
Katja Becker, DFG-Präsidentin
Becker verwies anlässlich der Veröffentlichung der Ausschreibung auf das "enorme Informationsinteresse" ausländischer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Dieses habe sich in den letzten Monaten etwa auf der GAIN-Tagung in Boston gezeigt. Auch die von der DFG und den weiteren an der Initiative beteiligten Wissenschaftsorganisationen – der Alexander von Humboldt-Stiftung (AvH) und dem Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) – gemeinsam betriebene Kommunikationsplattform verzeichne eine große Nachfrage, so Becker: "Die Zahl unserer Beratungsgespräche übersteigt die der Vorjahre um ein Vielfaches."
Dieses große Interesse habe sich auch in einer gestiegenen Zahl an Anträgen in den für das 1.000-Köpfe-plus-Programm geöffneten Verfahren der DFG-Einzelförderung niedergeschlagen, so Becker. Hier hat die DFG inzwischen Bewilligungen in Höhe von zwölf Millionen Euro aussprechen können.
cva