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1.000-Köpfe-Plus
Humboldt-Stiftung begrüßt 74 Global Minds

Die Humboldt-Stiftung startet ihre Förderung im Rahmen des 1.000-Köpfe-Plus-Programms des BMFTR. Sieben der Geförderten kommen aus den USA.

22.10.2025

Erstmals hat die Alexander von Humboldt-Stiftung internationale Forschende begrüßt, die im Rahmen des vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) finanzierten 1.000-Köpfe-Plus-Programms gefördert werden. Das teilte die Stiftung gestern in einer Pressemitteilung mit. Von den 74 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern erhalten 66 ein Humboldt-Forschungsstipendium, fünf kommen mit einem Humboldt-Forschungspreis und weitere drei mit einem Bessel-Forschungspreis nach Deutschland.

Bei der Humboldt-Stiftung (AvH) sei eine rekordverdächtige Anzahl herausragender Bewerbungen eingegangen, auf die man durch die zusätzlichen Mittel aus dem 1.000-Köpfe-Plus-Programm habe reagieren können. "Die hohe Nachfrage zeigt: Unser Programm macht attraktive Angebote und kommt genau zur richtigen Zeit", teilte Bundesforschungsministerin Dorothee Bär zum Programmstart mit. "In Deutschland haben wir nicht nur exzellente Forschungsbedingungen. Bei uns ist die Wissenschaftsfreiheit im Grundgesetz verankert, das ist unser großer Vorteil und dafür setzen wir uns ein."

Unabhängigkeit der Forschung als entscheidender Standortvorteil

Die 74 internationalen Forschenden kommen aus 25 Ländern, sieben von ihnen aus den USA, wie AvH-Pressereferentin Kristina Güroff am 22. Oktober gegenüber Forschung & Lehre mitgeteilt hat. Demzufolge stammen 30 von ihnen aus Europa, 15 Geförderte sind aus der Volksrepublik China und fünf aus Indien zum Forschen nach Deutschland gekommen. Es seien noch nicht alle Geförderten in Deutschland, die meisten würden in den nächsten Monaten kommen. "Die jeweiligen Förderbeginne sind individuell", erläutert Güroff. 

Die Geologie-Professorin Donna Whitney von der University of Minnesota etwa ist im Rahmen eines Humboldt-Forschungspreises an der Universität Potsdam zu Gast. "Der aktuelle Rückgang der Unterstützung für wissenschaftliche Forschung in den USA hat mein Interesse verstärkt, mehr Zeit dort zu verbringen, wo wissenschaftliche Forschung geschätzt wird", erklärt sie. Die türkische Medizininformatikerin Dr. Sevgi Gökçe Kafalı zieht es von der University of California in Los Angeles an die Technische Universität München. Sie betont die Bedeutung der akademischen Freiheit für den wissenschaftlichen Fortschritt – "insbesondere in einem sich schnell entwickelnden Bereich wie der Künstlichen Intelligenz in der Medizin".

Dr. Rui Zhu wechselt von der University of California in Santa Barbara an die Technische Universität Dresden, wo er sich mit Strömungsmechanik und Wasserressourcenmanagement beschäftigen wird. Auch für ihn war die Unabhängigkeit der Forschung in Deutschland ein wichtiger Grund für die Bewerbung. Sein Forschungsaufenthalt soll auch der weiteren Vernetzung dienen: "Ich freue mich darauf, langfristige Kooperationen aufzubauen, die Forscher*innen aus Deutschland und China miteinander verbinden und uns dabei helfen, Umweltprobleme gemeinsam anzugehen."

Ausblick auf weitere Stipendien, Preise und Formate

Die Alexander von Humboldt-Stiftung kündigte an, in den nächsten Monaten weitere Stipendien und Preise zu vergeben und ab dem kommenden Jahr weitere Formate und Programmlinien zu realisieren. Bis Jahresende sollen insgesamt bis zu 140 zusätzliche Humboldt-Forschungsstipendien sowie 20 Humboldt- und Bessel-Forschungspreise vergeben werden, zitiert der der Wiarda-Blog eine AvH-Sprecherin. 

Im Rahmen des 1.000-Köpfe-Plus-Programms führen neben der Humboldt-Stiftung auch der Deutsche Akademische Austauschdienst und die Deutsche Forschungsgemeinschaft Maßnahmen durch. Dazu werden im Wesentlichen bestehende Programme aufgestockt.

aktualisiert am 22. Oktober um 9:10 Uhr und 13:30 [Ergänzung Herkunftsländer und Auskunft Sprecherin]; erstmals veröffentlicht am 21. Oktober 

hes/cva