Wissenschaftsstiftung des Jahres 2026
Klaus Tschira Stiftung als Stiftung des Jahres ausgezeichnet
Die Klaus Tschira Stiftung (KTS) erhält in diesem Jahr den Preis "Wissenschaftsstiftung des Jahres 2026". Dies haben die Deutsche Universitätsstiftung (DUS) und der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft in einer gemeinsamen Pressemitteilung bekannt gegeben. Die KTS werbe in Zeiten, in denen die Skepsis gegenüber der Wissenschaft in Teilen der Gesellschaft wachse, um Verständnis und entfache Begeisterung für die faktenorientierte und evidenzbasierte Suche nach Erkenntnis.
Die Stifter des Preises begründen ihre Entscheidung überdies damit, dass es der KTS durch Dialog immer wieder gelinge, Verbindungen zwischen MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) und der Gesellschaft zu schaffen. Ein starkes Engagement zeige sie zu-dem in der Grundlagenforschung, da nachhaltige und bereichernde Innovationen Freiräume benötigten, in denen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ungestört und ohne Verwertungsdruck denken sollten.
Positiv fielen bei der Entscheidung auch die neuen Wege ins Gewicht, die die KTS beschreite: "Sie hilft bei der Entfaltung von Potentialen, schlägt Brücken und gestaltet Zukunft verantwortungsvoll mit. Mit ihrem breit gefächerten Engagement setzt sie daher Maßstäbe, an denen sich andere Stiftungen, Stifterinnen und Stifter orientieren können."
KTS fördert Bildung und Forschung über gesamte Bildungskette
Die KTS wurde 1995 von Klaus Tschira, Physiker und Mitbegründer von SAP, gegründet. Mit Sitz in Heidelberg konzentriert sie sich auf die Förderung von Mathematik, Informatik und Naturwissenschaften und will Begeisterung für diese Fächer wecken, indem sie deren Forschungsergebnisse für die Gesellschaft verständlich macht. Im Zentrum der Förderung stehen Bildung, Forschung und Wissenschaftskommunikation. Dabei wird der gesamte Bildungsweg abgedeckt, von Kindergärten über Schulen und Hochschulen bis hin zu Forschungseinrichtungen.
Im März 2025 hat die KTS ihr Fördermodell neu ausgerichtet. Ziel ist, die Mittel durch strukturierte Förderlinien, interdisziplinäre Netzwerktreffen (sogenannte "Sandpits") und ein digitales Antrags-verfahren gezielter und transparenter einzusetzen. Zudem wurde der MEL-Zyklus (Monitoring, Evaluation, Learning) ausgebaut, bei dem für jede Förderlinie ein konkretes Ziel festgelegt wird. Die geförderten Projekte werden regelmäßig daraufhin geprüft, ob sie zu diesem Ziel beitragen.
Zu den Förderlinien der KTS gehören beispielsweise der "KlarText-Preis" oder der "Klaus Tschira Boost Fund" für junge Forschende. Die Stiftung ist außerdem Trägerin verschiedener Organisationen, darunter das Heidelberg Institute for Geoinformation Technology, das Heidelberger Institut für Theoretische Studien, die Heidelberg Laureate Forum Foundation und das Nationale Institut für Wissenschaftskommunikation.
Wissenschaftsstiftung des Jahres soll als Best Practice-Beispiel dienen
Zum dreizehnten Mal vergeben die vom Deutschen Hochschulverband (DHV) gegründete DUS und der Stifterverband die Auszeichnung "Wissenschaftsstiftung des Jahres", die mit 5.000 Euro dotiert ist. Der Preis soll die öffentliche Aufmerksamkeit für Wissenschaftsstiftungen erhöhen und potenzielle Förderinnen und Förderer Gründung oder Unterstützung von Stiftungen inspirieren. Die jeweils ausgezeichnete Stiftung dient dabei als Best Practice-Beispiel.
Zu den bisherigen Preisträgern zählen zum Beispiel die "Christiane Nüsslein-Volhard-Stiftung" (2025), "B. Braun-Stiftung" (2024) und die "Karl Schlecht Stiftung" (2023).
Die Auszeichnung wird im Rahmen der Gala der Deutschen Wissenschaft am 23. März 2026 in Berlin vergeben.
hae