Installation im Lichthof der Hochschule für Grafik und Buchkunst (HGB) in Leipzig
picture-alliance/ dpa / Jan Woitas

Machtmissbrauch
Kunsthochschule entlässt Professor

Die Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig hat dem Professor Ludovic Balland gekündigt. Mehrere Studierende warfen ihm Fehlverhalten vor.

07.05.2021

Das Rektorat der Hochschule für Grafik und Buchkunst (HGB) Leipzig hat dem Professor Ludovic Balland fristlos gekündigt. Wie die Hochschule am Donnerstag mitteilte, zieht sie damit die Konsequenz aus mehreren Beschwerden von Studierenden "über das Verhalten" von Balland. Diese seien im Oktober 2020 über den Gleichstellungsbeauftragten an die Hochschulleitung übermittelt worden. Zu diesem Zeitpunkt sei der renommierte Grafiker Professor der Klasse für Typografie gewesen.

Der Rektor der HGB, Thomas Locher, bedauerte, dass es Anlass zu "gravierenden Beschwerden" gegeben habe und entschuldigte sich bei den Betroffenen. "Wir haben weitere erforderliche Schritte eingeleitet und den Fall an die Behörden weitergeleitet, um Wiederholungen zu verhindern", sagte Locher. Die Hochschule arbeite mit externen Expertinnen und Experten daran, ihre Konzepte zu "Gendergerechtigkeit, Inklusion und Diversität" zu verbessern und versuche, intern die Sensibilität für "ebensolche Situationen" zu erhöhen, damit Hochschulangehörige auch künftig Fehlverhalten ansprechen könnten.

Die Hochschule positioniert sich in der Mitteilung gegen Machtmissbrauch, Diskriminierung und Gewalt. Über die genaue Art der Übergriffe durch Balland machte die Hochschule mit Verweis auf den Schutz der Betroffenen keine Angaben, berichtete die "Süddeutsche Zeitung". Auch Balland habe sich nicht zu den Vorfällen geäußert. Dem Bericht zufolge hätten Studierende schon vor dessen Berufung Zweifel an Ballands Integrität und Eignung geäußert. Die Hochschule habe damals jedoch keine "belastbaren Informationen" zu den Vorwürfen finden können.

ckr