Computertastatur und eine Hand, die unrechtmäßig Daten abgreifen will.
mauritius images / Connect Images / Andrew Brookes

Datenschutzvorfall
LMU geht von 600.000 betroffenen Datensätzen aus

Die Universität München hat neue Details zum Cyberangriff veröffentlicht. Währenddessen geht das digitale Vorlesungsverzeichnis wieder in Betrieb.

30.09.2026

Alle Daten im Zulassungssystem der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München sind vom Cyberangriff am 16. September betroffen gewesen, wie die Universität am 28. September mitteilte. Es handele sich um das System, in dem sämtliche Daten aktueller und ehemaliger Studierender verarbeitet würden, die Immatrikulationsdaten der vergangenen 50 Jahre – oder etwa 600.000 Datensätze.

Die Datensätze seien allerdings unterschiedlich umfangreich: Bis einschließlich 1994 seien etwa nur die Stammdaten und die Semesterhistorie der Studierenden erfasst worden. Bei Datensätzen ab 2005 lägen deutlich mehr Angaben vor, teilweise auch Bankdaten. Bei der langfristigen Speicherung bestimmter Studieninformationen orientiere sich die LMU an gesetzlichen Vorgaben und einer im Hochschulwesen üblichen Aufbewahrungsfrist von 50 Jahren.

Passwörter nicht betroffen

Nicht betroffen seien auch nach neuesten forensischen Erkenntnissen Passwörter, sensible Daten in größerem Umfang sowie Prüfungsinformationen oder konkrete Angaben zu Studieninhalten oder Leistungen.

Die LMU beobachte das Darknet weiterhin engmaschig mit externer sowie amtlich zuständiger Unterstützung, um zu prüfen, ob die Daten veröffentlicht wurden. "Nach bisherigen Erkenntnissen gibt es hierfür weiterhin keine Anhaltspunkte, weder für eine Veröffentlichung noch eine anderweitige missbräuchliche Verwendung", so die Universität. Gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa) sagte eine Sprecherin, dass bisher keine Forderungen von den Angreifern bei der Universität eingegangen seien. Wie sie ins System gelangt waren und wie lange der Zugriff angedauert hatte, sei weiterhin Gegenstand der Ermittlungen.  

Währenddessen ist eine schrittweise Wiederinbetriebnahme der nicht betroffenen, aber präventiv heruntergefahrenen Systeme geplant, wie die Universität auf ihrer Website mitteilt. Am 30. September solle das zentrale Online-Vorlesungsverzeichnis der Universität ab 15 Uhr wieder für Studierende erreichbar sein, Studiengangskoordinatorinnen und -koordinatoren haben demnach bereits ab 9 Uhr wieder eine Zugangsmöglichkeit.

Der Zugriff sei aus Sicherheitsgründen nur im Münchner Wissenschaftsnetz und im LMU-Verwaltungsnetz möglich, von außerhalb sei eine VPN-Verbindung nötig. Dabei stünden zunächst die wichtigsten Funktionen für den Semesterstart zur Verfügung: Veranstaltungen könnten angepasst und belegt sowie Notenspiegel aufgerufen werden. Weitere Funktionen würden schrittweise folgen.

cpy