Lausitz
Medizinische Universität soll Betrieb aufnehmen
Anfang des Wintersemesters 2026/2027 soll die neue Medizinische Universität Lausitz–Carl Thiem in Cottbus ihren Betrieb aufnehmen, wie das Brandenburgische Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur am 3. August in einer Presseerklärung mitteilte. Demnach startet der Modellstudiengang Humanmedizin zunächst mit 36 Studierenden, deren Zahl bis 2035 auf 165 Studienanfängerinnen und -anfänger pro Jahr ansteigen soll. Eine Immatrikulationsfeier ist laut Deutscher Presse-Agentur (dpa) für den 11. Oktober geplant.
Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hob in der Pressemeldung den Vorbildcharakter des Projekts hervor: "Wo jahrzehntelang Kohle gefördert wurde, entsteht eine Modellregion für Gesundheit und Forschung. Das ist mehr als ein Strukturprojekt – es ist ein Versprechen an die Menschen in Brandenburg."
Landeswissenschaftsministerin Manja Schüle (SPD) erklärte demnach, in Cottbus entstehe eine Medizin, die es so noch nicht gebe, "mit einem digital gestützten, patientenzentrierten Studiengang und Gesundheitssystemforschung. Hier werden die Ärztinnen und Ärzte von morgen ausgebildet – hier wird erprobt, wie gute Versorgung künftig gelingt."
Universitätsmedizin als Antwort auf den Strukturwandel der Region
Am 3. August 2021 hatte eine Expertenkommission unter Leitung von Professor Karl Max Einhäupl der Landesregierung Brandenburgs die Empfehlungen zum Aufbau der Universitätsmedizin in der Lausitz vorgelegt. Die Umsetzung der Empfehlungen sei in raschem Tempo erfolgt, teilte die Landesregierung in ihrer Presseerklärung mit. Nach einem positiven Votum des Wissenschaftsrats im April 2024 wurde im Juni das Brandenburgische Universitätsmedizingesetz verabschiedet. Am 1. Juli 2024 kam es schließlich mit dem Wechsel des Carl-Thiem-Klinikums von der kommunalen in die Landesträgerschaft zur Gründung der Universität.
Mit der neuen Universitätsmedizin sollen laut Mitteilung drei Herausforderungen angegangen werden: der Strukturwandel in der Region nach dem Kohleausstieg, die Sicherung der Gesundheitsversorgung auf dem Land und in einer alternden Region sowie der Ausbau von Wissenschaft und Forschung.
Ziel ist demnach nicht nur die Anwendung neuer Versorgungskonzepte in der Lausitz, sondern das Gewinnen von Erkenntnissen für die Weiterentwicklung des deutschen Gesundheitssystems. Vorgesehen sei ein digital unterstütztes Forschungs-, Lehr- und Versorgungsnetzwerk für die Region, ein "Reallabor", in dem Versorgungsinnovationen unter Alltagsbedingungen entwickelt, erprobt und auf andere Regionen übertragen werden können, so die Landesregierung.
hae/dpa