Das Foto zeigt einen Kompass, dessen Nadel auf das Wort "Management" zeigt
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Fakultätsmanagement Studie: Zielvereinbarung hat keine motivierende Wirkung

Wie wirken Steuerungselemente wie Globalbudgets oder Zielvereinbarungen im Fakultätsmanagement? Eine CHE-Studie liefert Erkenntnisse.

13.04.2018

Eine Analyse des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE) hat den Einsatz und die Effekte von Steuerungsmechanismen in der Hochschulpraxis untersucht. Dabei ging es um Globalbudgets und Personalkostenbudgetierung der Fakultäten, die die nötige finanzielle Flexibilität schaffen sollen, um vor Ort in den Fakultäten Probleme zu lösen. Ebenso wurden Zielvereinbarungen und das Prinzip der leistungsorientierten Mittelvergabe (LOM), die an den Fakultäten Leistungsanreize und Motivation für gemeinsame Ziele schaffen sollen, unter die Lupe genommen. Datengrundlage war eine Befragung von rund 500 Personen aus dem Fakultätsmanagement an deutschen Hochschulen.

Rund zwei Drittel der Befragten praktizierten demnach an ihren Hochschulen Globalbudgets, Zielvereinbarungen und LOM. Bei der Personalkostenbudgetierung, also der Möglichkeit auch Personalmittel in der Fakultät zu steuern, liege der Wert mit 40 Prozent etwas niedriger. Vor allem für kleine Hochschulen scheint dieser Steuerungsansatz nicht immer umsetzbar zu sein.

LOM und Zielvereinbarungen nicht hilfreich

Während Globalhaushalte und Personalkostenbudgetierung aus Sicht der Befragten tatsächlich entscheidend dazu beitrügen, dass die Fakultäten strategische Projekte umsetzen und Probleme lösen könnten, scheinen LOM und Zielvereinbarungen ihre Funktion zu verfehlen: Nur etwa 30 Prozent der Befragten sehen in den Instrumenten die erhoffte motivierende Wirkung auf die Wissenschaftler. Doch gebe es nach Ansicht der Autoren der Studie auch positive Effekte: Die Zielvereinbarungen werden insbesondere für geeignet gehalten, um das Vertrauen zwischen Hochschulleitung und Fakultäten zu stärken, an der LOM wird besonders die transparenzfördernde Wirkung geschätzt.  

Insgesamt beobachten die CHE Autoren noch zu viel "Nebeneinander der einzelnen Instrumente" und empfehlen sogenannte "package deals", in denen die Instrumente besser aufeinander abgestimmt statt unabhängig voneinander entwickelt werden sollen.

Grundlage der Analyse waren die Ergebnisse einer Befragung von rund 500 Hochschulmitarbeitern im Jahr 2016. Hierzu zählten Professoren, wissenschaftliche und nicht-wissenschaftliche Mitarbeiter sowie Verwaltungsdirektoren.

gri