Portraitfoto von Professor Mouhanad Khorchide
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Aufwertung
Uni Münster bekommt erste Fakultät für Islamische Theologie

Münster stärkt die Islamische Theologie: Mit einer eigenen Fakultät ab Sommer 2026 erhält sie mehr Eigenständigkeit und Ressourcen.

23.04.2026

Ab dem 1. Juli 2026 soll die neue Islamisch-Theologische Fakultät an der Universität Münster ihre Arbeit aufnehmen. So haben es zunächst die Westfälischen Nachrichten am 15. April berichtet. Vorausgegangen war eine Sitzung des Senats der Universität am Nachmittag desselben Tages, in der die Entscheidung des Rektorats zur Gründung der Fakultät zustimmend zur Kenntnis genommen wurde. Seit Jahren laufen die Vorbereitungen: Bereits seit 2012 gibt es in Münster das dem Fachbereich Philologie zugeordnete Zentrum für Islamische Theologie, das unter anderem islamische Religionslehrerinnen und -lehrer ausbildet. Der Leiter des Zentrums, Religionspädagoge und Soziologe Professor Mouhanad Khorchide, soll Gründungsdekan der Fakultät werden, wie verschiedene Medien überstimmend berichten.

"Die Gründung ist ein Meilenstein für die Islamische Theologie, auf den wir stolz sind", betont der Rektor der Universität Münster Professor Johannes Wessels laut einer Pressemitteilung vom 22. April. "Gleichzeitig ist es ein gesellschaftspolitisches Zeichen für mehr Toleranz, das weit über Münster hinaus beachtet werden wird." In einem Pressegespräch hatten Wessels und Khorchide am gleichen Tag über die geplante neue Fakultät informiert.

Mehr Eigenständigkeit als Fakultät

Aktuell sind laut Mitteilung der Universität Münster rund 450 Studierende sowohl für das Lehramt (alle Schulformen) als auch in theologischen Bachelor- und Masterstudiengängen in diesem Bereich eingeschrieben. Es lehren acht Professorinnen und Professoren am Zentrum. Die neue Fakultät wird eigenständig eine Promotions- und Habilitationsordnung erlassen und Studiengänge gründen können. Zusammen mit der Katholischen und Evangelischen Theologie wird sie auf einem eigenen Campus untergebracht sein, der sich aktuell im Bau befindet. Ab dem 1. Oktober solle das Zentrum für Islamische Theologie in der neuen Fakultät aufgehen und dort seine Arbeit fortsetzen, schreibt das Onlineportal Münster Aktuell.

Nachdem verschiedene Standorte in Deutschland bereits ein Studium in Islamischer Theologie ermöglichen, wird die neue Fakultät die erste ihrer Art an einer deutschen Hochschule sein. Gegenüber der Deutschen Presse-Agentur sagte ein Sprecher der Universität Münster, dass mit ihrer Gründung eine deutliche Aufwertung der islamischen Forschung und Lehre in Deutschland verbunden sei. Als eigener Fachbereich erhalte die Islamische Theologie größere finanzielle Ressourcen.

Neben neuen Rechten bringe die Fakultätsgründung auch Pflichten mit sich, so die Universität. Demnach muss die Fakultät die Vollständigkeit und Ordnung des Lehrangebots selbstständig gewährleisten, ihre Studiengänge akkreditieren lassen, Zielvereinbarungen mit dem Rektorat abschließen und eine Studienberatung anbieten. Übergeordnete Regeln blieben gültig, etwa das Hochschulgesetz, die Grundordnung (Verfassung) der Universität, die Beschlüsse von Senat und Rektorat, die Struktur- und Entwicklungsplanung, das Haushalts- und Personalrecht sowie Gleichstellungs- und Datenschutzpflichten.

Die letzte Gründung eines neuen Fachbereichs an der Universität Münster liegt laut Angaben der Hochschule bereits 22 Jahre zurück. Im Jahr 2004 wurde aus der Münsterer Abteilung der Hochschule für Musik Detmold der Fachbereich 15.

aktualisiert am 23.04.2026 um 15.30 Uhr [Ergänzung des Zitats von Wessels und mit Details aus der Pressemitteilung vom 22.04.2026], zuerst veröffentlicht am 17.04.2026

cpy