Portraitfoto von Prof. Dr. Simone Fulda, Präsidentin der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
CAU Kiel

Plagiatsvorwürfe
Uni Ulm stellt Verfahren gegen Simone Fulda ein

Der ehemaligen CAU-Präsidentin wurden Bildmanipulationen vorgeworfen. Ein Teilverfahren ist noch anhängig.

29.04.2025

Die Senatskommission "Verantwortung in der Wissenschaft" der Universität Ulm hat die Verfahren gegen die ehemalige Ulmer Professorin Simone Fulda und den mittlerweile pensionierten Professor Klaus-Michael Debatin eingestellt. Den beiden Medizinern waren Bildmanipulationen in teilweise gemeinsam verfassten Publikationen vorgeworfen worden – Fulda war daraufhin als Präsidentin der Kieler Christian-Albrechts-Universität (CAU) zurückgetreten (Forschung & Lehre berichtete). Verstöße gegen die Grundsätze guter wissenschaftlicher Praxis seien erkennbar, grobe Fahrlässigkeit sei allerdings nicht nachweisbar.

Der Vorwurf der Datenmanipulation war zum Jahreswechsel 2023/24 von einem Wissenschaftsjournalisten erhoben worden. Auch die Goethe-Universität Frankfurt am Main, bei der der Fulda seit 2010 tätig war, hatte daraufhin Untersuchungen eingeleitet. Sie stellte ihr Verfahren bereits im Januar wegen Geringfügigkeit ein. Die aus Fuldas Tätigkeit an der Uni Frankfurt erhaltenen Rohdaten hätten stattdessen darauf schließen lassen, dass Experimente ordnungsgemäß durchgeführt und Ergebnisse nicht verfälscht worden seien.

Verstöße gegen die wissenschaftliche Sorgfaltspflicht

Im Rahmen des Ulmer Verfahrens sind laut Mitteilung der Universität Bilddatenanalysen und gutachterliche Stellungnahmen eingeholt worden. In der Anhörung habe Fulda Fehler beziehungsweise Verwechslungen von Darstellungen und Abbildungen eingeräumt. Zweifel an ihrer wissenschaftlichen Integrität blieben bestehen. Weil sich ein "durch grobe Fahrlässigkeit verursachtes wissenschaftliches Fehlverhalten bei Falschangaben durch Verfälschen oder Manipulation von Darstellungen und Abbildungen" jedoch nicht beweisen lasse, sei Fuldas Verfahren – wie das Debatins – Ende Februar eingestellt worden. Noch anhängig ist der Mitteilung zufolge ein davon unabhängiges Teilverfahren. Laut "Wiarda-Blog" läuft außerdem noch ein Untersuchungsverfahren der Deutschen Forschungsgemeinschaft.

Dass die renommierte Krebsforscherin aufgrund noch unbewiesener Anschuldigungen ihr Amt als CAU-Präsidentin aufgeben musste, hatte im letzten Jahr in der Wissenschafts-Community für Aufsehen gesorgt. Fulda sei im Zusammenhang mit dem schlechten Abschneiden der CAU im Exzellenzcluster-Wettbewerb zum Rücktritt gedrängt worden, hieß es.

hes