Mann analysiert Daten zur (Studierenden)Population.
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Umfrage
Was besorgt US-amerikanische Hochschulleitungen?

Das American Council on Education hat 300 Hochschulleitungen gefragt, welche Themen sie beschäftigen. Es geht auch um den Ruf der Hochschulbildung.

14.09.2026

Die Personen an der Spitze der US-amerikanischen Hochschulen nehmen die Lage des Hochschulsektors als unsicher wahr. Das geht aus einem am Donnerstag veröffentlichten Report des American Council on Education (ACE) hervor, für den Personen aus den Leitungsebenen der Hochschulen aktuelle Herausforderungen in ihrer Dringlichkeit bewerten sollten.

Wert der Hochschulbildung

Besonders besorgt sind die Hochschulleitungen demnach über den Wert, den politische Entscheidungsträger der Collegeausbildung beimessen oder eben nicht. 54 Prozent der Leitungspersonen gaben dies an. Immerhin noch moderat besorgt zeigten sich 28 Prozent, etwas besorgt zehn Prozent. Auch die öffentliche Wahrnehmung des Werts des Colleges beobachteten zahlreiche Befragte mit besonderer Sorge (42 Prozent), mit mäßiger Sorge (32 Prozent) sowie mit etwas Sorge (19 Prozent). 43 Prozent der Leitungspersonen gaben an, dass sie wegen der Möglichkeit der Einmischung von Landes- und Bundesbehörden in Fragen der akademischen Freiheit und der institutionellen Autonomie besondere Bedenken haben. 29 Prozent waren laut Bericht mäßig und 17 Prozent etwas besorgt.

Außerdem sollten die Befragten angeben, welche drei Themen für ihre eigene Hochschule am dringendsten seien. Mit annähernd der Hälfte (49 Prozent) der Befragten erhielt die Sorge um die dauerhafte finanzielle Tragfähigkeit die meiste Zustimmung bei den Einflüssen auf die eigene Hochschule. Auf den Plätzen zwei und drei folgen die Bedenken um die öffentliche Wahrnehmung des Werts der Collegeausbildung (39 Prozent) und um die Einschreibungszahlen für das kommende Semester (37 Prozent).

Die Angaben zeigten, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer oft von einer geringeren Dringlichkeit bestimmter Themen ausgingen, wenn es nicht um den Hochschulsektor allgemein ging, sondern ihren eigenen Campus. Das zeige, dass die Befragten breitere strukturelle Herausforderungen allgemein als dringlicher ansehen. "Hochschulleitungen erkennen möglicherweise branchenweite Schwachstellen, sind aber gleichzeitig bezüglich der Position ihrer eigenen Einrichtung zuversichtlicher", so der Report.

Welche Folgen hat "One Big Beautiful Bill" für Forschende?

Die Befragten sollten auch den Einfluss von Gesetzesänderungen auf den Hochschulsektor einschätzen, wie etwa die Einführung des "One Big Beautiful Bill" der Regierung von US-Präsident Donald Trump. Das Gesetz wurde im Juli 2025 erlassen und regelt beispielsweise Studierendenkredite und ihre Rückzahlung. Außerdem hat die Trump-Regierung Einschränkungen für die Visa internationaler Studierender eingeführt und Bundesförderung gekürzt.

Hochschulpräsidentinnen und Hochschulpräsidenten sollten bewerten, wie sehr sich die aktuellen politischen Rahmenbedingungen auf die Möglichkeiten ihrer Hochschule auswirken, finanzielle Unterstützung für Studierende bereitzustellen. Etwa 85 Prozent gaben an, dass ihre Fähigkeit, passende Hilfen anzubieten, gesunken sei. Die Einrichtungen seien bemüht, den Zugang für Studierende zu erhalten, ebenso die akademische Qualität und das öffentliche Vertrauen. Gleichzeitig versuchten sie, sich an die neuen politischen Gegebenheiten anzupassen.  

62 Prozent der Präsidentinnen und Präsidenten von öffentlichen Colleges und Universitäten berichtete, dass die Institutionen durch den Rückgang der Fördermittel geringere Einkünfte generieren. 73 Prozent antworteten, dass Einnahmen auch gesunken seien, weil sich weniger internationale Studierende angemeldet hätten. Knapp ein Viertel berichtete von reduzierten Einschreibungen in Masterstudiengängen. Etwa ein Drittel bemerkte, dass sich die wissenschaftliche Produktion ebenfalls reduziert habe.

ACE befragte im Juli diesen Jahres 328 Führungspersonen von US-amerikanischen Hochschulen. Zu den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Umfrage gehörten neben Hochschulpräsidentinnen und Hochschulpräsidenten auch Prorektorinnen und Prorektoren, Dekaninnen und Dekane sowie weitere Mitarbeitende der Hochschulleitungen.

cpy