DFG
Welche Fächer an Exzellenzclustern beteiligt sind
An den geförderten Exzellenzclustern der zweiten Wettbewerbsrunde ab 2026 sind fast 90 Prozent aller an deutschen Universitäten vertretenen Lehr- und Forschungsbereiche beteiligt. Zu diesem Ergebnis kommt eine statistische Auswertung zur Fächerbeteiligung mit Blick auf die beteiligten Forschenden, die die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) in dieser Woche vorgelegt hat. Im Vergleich mit der ersten Förderrunde seien nur kleinere Verschiebungen feststellbar. Das Fächerprofil der Cluster stimme mit dem der laufenden DFG-Förderung weitgehend überein. Erstmals nutzte die DFG zur Aufbereitung das Format einer Data Story.
DFG-Präsidentin Professorin Katja Becker stellte die große Fächervielfalt heraus. "Faszinierend ist auch, sich die Karte mit den Netzwerkverbindungen der Fächer anzusehen. Sie zeigt, wie interdisziplinär in den Clustern gearbeitet wird und welche Fächer besonders viele Verbindungen aufweisen", so Becker. Das Fach Künstliche Intelligenz stelle inzwischen beispielsweise einen Knotenpunkt dar.
Physik stark vertreten
Die Auswertung vergleicht zunächst die fachlichen Schwerpunkte der Exzellenzcluster mit der Fachlichkeit des allgemeinen DFG-Förderhandelns. Während die Fächerbeteiligung an den Exzellenzclustern weitgehend mit den laufenden DFG-Projekten in 2024 übereinstimme, weise das Fach Physik laut Pressemitteilung eine besondere Affinität zur Förderlinie Exzellenzcluster auf (mit einem Anteil von 17 Prozent gegenüber 8 Prozent). Auf 1.319 gemeldete Professuren im Fach Physik/Astronomie käme die überdurchschnittliche Anzahl von 292 an Exzellenzclustern beteiligten Principal Investigators.
Dass es in der zweiten Wettbewerbsrunde nur zu geringfügigen Verschiebungen gekommen sei, ließe sich dadurch erklären, dass es sich bei 45 der 70 Exzellenzcluster um fortgesetzte Förderungen handele. In der aktuellen Runde seien die Sozial- und Verhaltenswissenschaften, die Medizin sowie die Materialwissenschaft und Werkstofftechnik etwas stärker vertreten, die Chemie und das Fachgebiet Maschinenbau und Produktionstechnik etwas schwächer.
Interdisziplinarität und Kleine Fächer
Im Schnitt seien 6,5 Lehr- und Forschungsbereiche an einem Cluster beteiligt. Das Statistische Bundesamt unterscheidet insgesamt 69 Lehr- und Forschungsbereiche. In den Naturwissenschaften würden zwei bis vier Bereiche kooperieren, in den Geistes- und Sozialwissenschaften sowie in den Ingenieurwissenschaften teilweise sogar zehn und mehr. Netzwerkanalysen erlaubten einen näheren Blick auf die Beziehungen zwischen den circa 200 Fächern. Auch hier zeichne sich das Fach Physik/Astronomie durch seine zentrale Positionierung aus. Neben der zunehmenden Bedeutung des Fachs Künstliche Intelligenz fungierten auch Fächer wie Spezielle Soziologien, Philosophie und Internationales Recht als sogenannte Brückenfächer.
Die DFG-Auswertung beschäftigt sich auch mit dem Vorwurf, dass Kleine Fächer in der Exzellenzstrategie im Nachteil seien. Tatsächlich zeichne sich eine etwas geringere Beteiligung von Fächern mit sehr wenigen Instituten ab. Die Unterschiede seien jedoch gering, sodass von einem Ausschluss der Kleinen Fächer nicht gesprochen werden könne.
hes