Das Foto zeigt das Schild eines Lidl-Supermarktes
dpa

TU München 20 Stiftungsprofessuren von Lidl

An den meisten deutschen Universitäten gibt es von Unternehmen gestiftete Professuren. Die Stiftung an die TU München ist allerdings aussergewöhnlich.

Ausgabe 2/18

Die Stiftung von Lidl-Gründer Dieter Schwarz will der Technischen Universität München 20 Professuren für Betriebswirtschaftslehre zahlen. 13 von ihnen sollen auf einem neuen Campus in Heilbronn beschäftigt werden. Sieben sollen am Münchener Standort forschen und lehren. Das berichtet die "Süddeutsche Zeitung".

Die Professorinnen und Professoren sollen bis zu ihrer Emeritierung gefördert werden. Daraus ergebe sich eine Förderung im dreistelligen Millionenbetrag. Das entspreche der bisher größten einmaligen Fördersumme für eine Universität. Die Dauer der Förderung bis zur Emeritierung ist ungewöhnlich. Auch werden in der Regel nur einzelne Professuren unterstützt und nicht ein ganzer Block an neuen Stellen geschaffen. Kritiker befürchten, dass dies die Gefahr der wirtschaftlichen Einflussnahme erhöhe. Einschließlich der über die Lidl-Stiftung finanzierten Professuren wäre laut „Süddeutscher Zeitung“ jede dritte Wirtschaftsprofessur an der TU München künftig stiftungsfinanziert.

Die Stiftung will laut Bericht mit dem neuen Campus in Heilbronn den Heimatort des Lidl-Gründers zur "Wissensstadt" machen. Die TU München hoffe, neue Partner unter den örtlichen Unternehmen zu finden. Die Universität sprach laut "Süddeutscher Zeitung" von einem „Techno-Hot-Spot“ mit vielen kleinen, aber technikstarken und in ihrem Bereich führenden Zulieferfirmen. Vor allem aber wolle sie ihre Forschung verbreitern.

Bislang haben Universität und Stiftung laut der Zeitung ein Eckpunktepapier unterzeichnet. Über den Vertrag werde noch verhandelt. Anfang 2019 soll er in finaler Fassung vorliegen.

kas